• Platte der Woche #289

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    08/05/2016 · Philipp · Kategorie: Allgemein,Platte der Woche ·

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    Liebe Plattenwochler*innen-Gemeinde,
    nachdem ich mich von meinem sehr rasanten und kräftezehrenden Ausflug von PDW#275 einigermaßen erholt habe, widme ich meinen Beitrag im führenden Online-Blog Platte der Woche einem mehr naturnahen Gefühlserlebnis. Der wöchentliche Besuch im Plattenladen ging als sehr lohnenswert hervor, als ich in der Ablage ein sehr anziehendes Plattencover erblickte, dessen Rotton mich an einer tief am Horizont liegenden Sonne erinnerte. Als ich das kleine Schwarze aus den Fängen des Full-Cover zog, fiel mir auf dem Label ein Hummerlogo auf. Lobster Theremin die geile Scheiße did it again! Hochmotiviert ließ ich mich an der Abhörstation des Plattenladens nieder und lauschte an dem Scheibchen. Ich glaub ich schloss sogar meine Augen, was bei mir neben dem Schlafen und manchmal Züngeln eher selten vorkommt. Um alle Spuren zu sichern, kaufte ich mir diese Platte, welche aufgrund des Wandering-House-Charakters eine perfekte horizontale Addition meines Regalinhalts zu sein scheint.

    Angetrieben von der sehr verträumten Spielform der EP plante ich passend zum Frühlingsstart einen Ausflug, nachdem ich unter hohen körperlichen und geduldvollen Anstrengungen mein Bike fit machte. Die nötige Fahrradwäsche, welche ich erst mit einiger Skepsis gegenüberstand, entpuppte sich als reges Lustspiel, nachdem ich meinem Oberkörper die Kleidung entzog und mich ein wenig mit dem Schaum einrieb, hihi. Am nächsten Morgen schien alles perfekt: Wolkenloser Himmel und 22° Grad im Schatten, worauf auch die Tour de France-Fahrer schwören. True Story: Müsst euch mal die Interviews nach manchen Rennen anhören, sagen alle 22° Grad allabest. Um mich nicht ganz unvorbereitet den Fängen der Natur entgegenzustellen, machte ich mir vier gekochte Eier schön weich bei sechseinhalb Minuten Dampfstarre und packte sie in eine Thermoskanne, damit sie nicht kaputtgehen.

    Beim Übergang von der Stadt in den Wald wurde ich von einem selbsternannten Wald-Sheriff angehalten. Seiner Ansicht nach, zerstöre ich durch meine Reifen die obere Grasnarbe und trage damit nachhaltig zur Erosion des gesamten Waldes bei. Daraufhin entgegnete ich ihm bloß, dass hier kein Gras liegt und er sich nicht wundern solle, wenn er mal eines Tages nicht mehr nach Hause kommt. Nach dem Zwischenfall ließ ich mir keineswegs die Stimmung verderben und holte meine fetten Senheiser HD 25-1 II raus, welche mit gepeitschter Nennimpedanz von 70 Ohm die ersten Borkenkäfer aus dem Unterholz lockten und in mir ein Gefühl der Überlegenheit erzeugte. Nach fünf Minuten fand ich einen angenehmen Track und blickte wieder auf.

    Der erste Song der Collectively EP von Royer „18 Stk“ bildet einen wundervollen mentalen Einstieg. Der sanfte Raw-Beat Charakter, welcher sich in allen Tracks wiederfindet, entschleunigte mein Fahrverhalten. Das Stück Facts kommt mehr groovy einher und zerlegt sich in einer entfaltenden, metamophorisch einhergehenden Klangkonstellation. Soundmäßig tritt die latenight Pariser Umgebung zu Tage, Royers Heimatstadt und Wohnort,  welche mit einem US-House-Spirit umschlungen wird. Unterstützt wird das Klanggerüst mit einem gutgewählten Vocal, der dem Track einen verträumten Charakter verschafft. Der Banger der EP ist für mich zweifellos das Stück „Collectively“, welches auch gebührend den Namen der EP trägt. Als Erstes fielen mir die wie mit Staub beschichteten Drums und Pads auf, gepaart mit stumpfen Herzschlag-Kicks. Der gleichzeitig deepe aber auch sehr warm anmutende Break löst durch sein märchenhaftes Umherschleichen eine seltsame Stimmung der Innigkeit aus, welche durch die Waldkulisse gestärkt wurde. Um das Gleichgewicht zu glätten, feuert der deutsche Newcomer TRP, der neben Panthera Krause und Qnete zur deutschen Delegation bei Lobster Theremin gehört, einen Remix von Collectively aus dem Fuchsbau. Dieser hinterässt einen sehr prasselnden und synth-illusionierten Eindruck und beweist als stabile Neuanordnung des Originals hüfthohe Floorwärts-Tauglichkeit.

    Als sich die Sonne nach und nach absenkte und die rotgefärbten Sonnenstrahlen durch die Baumkronen fluteten, musste ich wieder an das passend dekorierte Cover denken, welches Royer persönlich anfertigte und sich sein Talent nicht nur in der Musik wiederfindet. Royer bringt durch seine EP einmal mehr Innovation in den futuristischen und spacigen Katalog von Lobster Theremin und verbindet das Dunkle und Schmutzige mit verträumten Raw-House-Einlagen. Für mich ein wahres Must-Have jedes Vinyl-Kontingents, wer sie nicht haben sollte, schnell ran da. Die Strafanzeigen bei Nicht-Erwerb gehen andernfalls nächste Woche raus!

    Schönen Sonntag euch lieben Raver*innen

    Gabriel von Solid Rotation

    Royer-Collectively Ep

    Label: Lobster Theremin- LT017
    Format: Vinyl, 12“
    Country: UK
    Released: Dec 2015
    Genre: Electronic

    Style: House, Deep House


    Platte der Woche #286

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    17/04/2016 · Martin Eberhardt · Kategorie: Allgemein,Platte der Woche ·

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    Für die heutige Platte der Woche hab ich tief in meine Plattenkiste gegriffen und ein besonderes Stück Vinyl ausgewählt, dass ich nur sehr selten spiele, damit es seinen reizenden Charme behält. Man muss schon etwas genauer hinschauen, um zu sehen wer dahinter steckt. Ein einfacher gelber Labelsticker prägt die A-Seite, die B-Seite schmückt ein Blauer. Das war´s auch schon. Keine Informationen über den Produzenten, die Tracknamen oder das Label, auch auf dem Cover nicht.
    Nach einer genaueren Discogs Recherche der Gravuren aus der Auslaufrille stößt man auf den holländischen Produzenten Aroy Dee und den Italiener Marco Antonio Spaventi. Erschienen ist die EP auf dem No ‘Label’ Sublabel von Rush Hour. Die Remixe von Design A Wave´s Track “Weird F” basieren beide auf dem verträumten Thema des Originals. Auf der A-Seite entwickelt sich daraus ein melancholischer Housetrack, der zum abschalten und runterkommen einlädt. Auf der B-Seite hingegen geht es etwas rougher und basslastiger zu, dennoch wird der warme und flächige Sound des Original Tracks immer wieder aufgegriffen und gekonnt arrangiert.

    Welche Version man lieber mag, kann nun jeder selbst entscheiden. In diesem Sinne, einen schönen Sonntag noch!

    Euer Ebi!

    ##### (2) ‎– #####
    Label: No ‘Label’ ‎– RHD-#####1
    Format: Vinyl, 12″, Limited Edition
    Land: Netherlands
    Veröffentlicht: Jan 2014
    Genre: Electronic
    Stil: Techno, House


    Platte der Woche #285

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    10/04/2016 · Flo · Kategorie: Allgemein,Musik,Platte der Woche ·

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    Hello Boys and Girls,

    Achtung hier kommt tighter shit! Also bitte den Bass schön reindrehen und auf fette Beats einstellen.

    Also im Ernst, diese Musik lebt nicht von Melodien oder schönen Vocals, sondern von düsteren, knackigen Underground Beats und Sounds.

    Ich stelle mir vor, dass ich es mir auf einem Festival in den frühen Morgenstunden vor einer 3 Meter hohen Bassbox gemütlich mache, die Technoschnute aufsetze und der Meute beim abgehen zusehe, während ich lässig mit dem Kopf nicke. Düster, böse und richtig geil – das geht wohl mit dem Teufel zu.

    Dabei ist Sven Dohse nicht nur einer der obersten Berliner Technoveteranen, sondern auch noch ein richtig netter, angenehmer Typ. Wo kommen nur diese Evil Vibrations her?

    Erschienen ist das dicke Brett auf Katermukke. Zwar hat Herr Dohse auch sein eigenes Label Prestige weltweit, aber dem Dunstkreis um die ehemalige Bar25, wo er der Legende nach übrigens die allererste Platte überhaupt aufgelegt hat, ist er bis heute treu geblieben.

    Viel Spaß damit!

    Euer Florian Landers.

    Sven Dohse ‎– For Real (Original Mix)
    Label: Katermukke – katermukke 90
    Format: mp3
    Land: Deutschland
    Veröffentlicht: 25 February 2015
    Genre: Electronic
    Stil: Techno


    Platte der Woche #283

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    27/03/2016 · Philipp · Kategorie: Allgemein,Platte der Woche ·

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    Vom gebürtigen Polen Kacper Garbarcz, besser bekannt als Gathaspar, erschien im Juli 2015 die Gathsoland EP, benannt nach dem fiktiven Herkunftsland des Künstlers. Ihre musikalische Heimat fand sie auf dem ebenso 2015 gegründeten Label made of CONCRETE. Das Einleitungstück, nachdem die EP benannt wurde, fordert anfangs mit einem langen Vocal die Geduld des Zuhörers und belohnt ihn dann mit einer überwältigenden Kick-Drum die schließlich über ihn herein bricht. Den kompletten Track mit Video findet ihr hier.

    Der studierte Sportlehrer fand nach einigen Umwegen zur Musik. Kurzzeitig als Dj, dann aber als live Artist wirkend, sucht er sich seine Klänge aus ganz unterschiedlichen Quellen und modifiziert sie sehr stark bis er damit etwas ganz Eigenes erschafft. Bei seinen Live-Sets nimmt er sich einzelne Parts wie Melodien und Stimmen aus seinen Tracks und setzt diese in frischer Kombination ad hoc zusammen.
    Es lohnt sich Gathaspar im Blick zu behalten.

    findige Grüße
    Philipp

    Gathaspar ‎– Gathsoland EP

    Label: Made Of Concrete ‎– MOC003
    Format: Vinyl, 12″, 33 ⅓ RPM, 45 RPM, EP
    Country: Germany
    Released: 06 Jul 2015
    Genre: Electronic
    Style: Techno, Experimental

    Platte der Woche #280

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    06/03/2016 · Vivian Koch · Kategorie: Allgemein,Berlin,Musik,Platte der Woche ·

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    Ich möchte euch in eine unendliche Weite führen, die sich am Besten dazu gestaltet, die grauen Momente des Daseins zu untermalen, zu hinterfragen und zu verstehen.
    Alleine die weichen, sogar meinem Empfinden nach, romantischen Cover der Platten auf dem schwedischen Label “Northern Electronics” (Stockholm) verführen mich schon direkt zum Kauf. Gegründet wurde dieses Label von Abdulla Rashim, der in den letzten Jahren mit seinen Produktionen bei sämtlichen Dub, Ambient und Industrial Techno Nerds für Aufmerksamkeit sorgte. Neben ihm veröffentlichen weitere sehr einflussreiche Acts wie Acronym, Korridor, Varg, D.Å.R.F.D.H.S, Född Död usw. ihre grandiosen Stücke.

    Jonas Rönnberg – Gründer des Sublabels “Blodörn”, welcher allein bei den letzten drei genannten Projekten seiner Kreativität andere Namen verleiht, produzierte nun erstmals mit SARS als “Född Död” ein Debütalbum (übersetzt: Dead Born, Tot geboren – mit der Kürze des Lebens zu verstehen) mit sechs bezaubernden, New Wave geprägten Tracks. Die beiden arbeiten im Ambientstil mit total suggestiven und dramatischen Drone Synth Melodien, ihrem weiblichen Vocal und einer absolut greifbaren, hoffnungsvollen Stimmung. Gewöhnlich verbinden und verarbeiten Wir mit Liedern Geschehenes, Jetziges oder auch Wünsche, Träume. Man spürt bei bestimmten Tracks immer und immer wieder dasselbe Gefühl, dieselben Szenen. Diese Platte hat mir nun über Monate ein völlig anderes Empfinden vermittelt.
    Ich höre Sie in gewissen Abständen, mal in guten Momenten, mal in Schlechten. Doch das Gefühl dabei, die Bilder, die Sehnsüchte nach Dingen, Menschen, Liebe, Freiheit, der Reflektion von Vergangenem und dem Verstehen von Allem ist nach jedem Hören wie verzaubert – anders.

    It’s perfection.

    V

     

    Född Död ‎– Studie I Närhet, Längtan Och Besvikels

    Label: Northern Electronics
    Format: Vinyl, 12″, LP, 33 RPM
    Country: Sweden
    Released: 23.02.2015
    Genre: Electronic
    Style: New Wave, Dark Wave, Ambient

     

     

     

     


    Platte der Woche #276

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    07/02/2016 · Baba Sikander · Kategorie: Allgemein,Platte der Woche ·

    Magnutze - Mandan Tribe (Album Cover 2400x2400)_all_rights_reserved_Magnutze+AnandaRieber_big
    Es ist meiner Meinung nach beim Auflegen dramaturgisch nicht ganz unsinnig, gelegentlich gewohnte Muster und Frequenzen zu filetieren, in überschaubare Häppchen zu zerteilen und den Fokus wieder auf das Wesentliche zu lenken. Nicht nur aus diesem Grund findet Magnutzes Musik häufig einen Weg in meine Sets. Seine geschliffenen Sounds, ungewohnt arrangierten Pattern und überraschenden Motive sind erfrischend und setzen immer wieder spielerische Akzente.

    Wie das Schicksal es will, habe ich die große Freude bereits vorab ein Ohr auf sein Ende Februar erscheinendes Album werfen zu können. Der Titel „Mandan Tribe“ hat mich neugierig gemacht und auf ein nordamerikanisches Volk gestoßen, das bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts am Oberlauf des Missouri siedelte und für einen reichhaltigen Schatz an Tänzen und Ritualen bekannt war. Kulturell nicht ganz unsensibel rauche ich daher eine Friedenspfeife und lege den Technohauptschalter um…

    Nach einem meditativen Intro das mich umarmt und willkommen heißt, werde ich entführt von treibenden, sich ständig um sich selbst drehenden Mustern – dabei immer zuverlässig aber überraschend morphend. Sie wechseln mit Momenten in denen plötzlich alles auseinander zu fallen scheint. Momente in denen sich neue Räume öffnen. Momente, in denen man plötzlich am Lagerfeuer sitzt und einer alten Geschichte lauscht. Spannende, erdige Rhythmen stolpern über verschlungene Pfade und führen wieder zusammen. Klares Licht bricht durch die Wipfel, wird von Wasser reflektiert. Ich fühle Themen, die in der Natur und im Selbst wurzeln. Geschichten von Freude und Schmerz, von Mut und Inspiration von Werden und Vergehen…

    Da ist zum Beispiel der dritte Song „Kambô“, der in warmer Stimmung an einer dezent gespielten Gitarre entlang hüpft. Da sind Worte die an etwas erinnern und zu etwas inspirieren und eine Idee. Ein provozierender Gedankenfunke. Ein Klang, der lockt und fordert. Ein Muster, das sich dem Zugriff entziehen will. Was nur anfänglich gelingt…

    Oder der Track „Love Life“, der mit angenehm herzlichen Streichern und einem kindlichen Piano vor einem teils sehr verspulten Hintergrund spielt. Hier wird wieder zusammengebastelt, was in den vorangegangenen Stücken zum Teil auseinander geflogen ist. Der Dampf anfänglich aufgekochter Frequenzen kondensiert hier später sehr schön in einem geradlinigen, nach vorn treibenden Beat.

    Dann das Stück, „Olii“. Mächtig, erdend, urtümlich. Es zitiert ein Mantra, mit dem weise Menschen auf Hawaii die Ahnen und Urahnen um Erlaubnis bitten, einen heiligen Wald betreten zu dürfen. Das Gespräch mit den gewesenen und den kommenden Generationen bildet in der Hawaiianischen Kultur die Grundlage des eigenen Handelns. Bei diesem Waldspaziertanz wird angenehm viel auf Holz geklopft, vorsichtig an Saiten gezupft und, von gelegentlichen kurzen Regenschauern unterbrochen, ein Weg in die Tiefe gesucht. Dieser wird auch gefunden…

    Das waren nur drei der insgesamt neun Stücke dieses sehr bewegenden Albums. Eigentlich hätte jeder Song eine eigene ausführliche Widmung verdient, wovon man sich hier schon mal einen ersten Eindruck verschaffen kann, bis das Album Ende Februar dann endlich auf Vinyl und als Download erscheint.

    Von den Mandan wird berichtet, sie hätten sich im Rahmen eines Rituals an Haken aufhängen lassen, die man ihnen vorher unter die Haut getrieben hat. Da paaren sich Schmerz und Extase – wie auch bei Magnutzes Album. Ich werde mich jetzt im Anschluss allerdings nochmal dem weniger blutigen Ritual mit der Friedenspfeife widmen.

    Habt Freude!
    Baba

     

    Magnutze – Mandan Tribe (Album)
    Cover by photographer Ananda Rieber
    Label: LyciD Music
    Cat.Nr.: LDM001
    Country: Germany
    Genre: Electronic
    Style: Sapio-House


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