• Platte der Woche #330

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    12/03/2017 · Martin Eberhardt · Kategorie: Platte der Woche ·

    140204

    Mit seinem im Herbst letzten Jahres erschienenen Debüt-Album Chambers hat Emanuele Porcinai den Bogen zwischen akustischer und synthetischer Musik beachtlich weit gespannt. Es ist gleichzeitig seine zweite Veröffentlichung auf Samuel Kerridges Label Contort. Anhand ausgewählter field recordings und einer Kombination aus eingespielten Gitarrenriffs, mutierten Celloklängen und anderen zum Teil selbst gebauten Streichinstrumenten kreiert der gebürtige Franzose in seinem Soloprojekt WSR einen Mix aus Ambient, Noise und industriellen Klangstrukturen. Drei Jahre hat er sich für die Produktion des Albums zeitgenommen und ist dafür nach Manchester, Florence und Berlin gereist. Die acht Tracks auf Chambers bewegen sich zwischen experimentellen Räumen, gebrochenen roughen Drumpatterns sowie einem ständigen Wechsel aus melancholischen und hypnotisch anmutenden Stimmungen. Wem das Ganze genauso gut gefällt wie mir, der kann sich WSR mit seinem Liveset am 5. Mai im Berliner Arena Club anhören.

    Einen angenehmen Sonntag euch,
    Martin.

    WSR ‎– Chambers
    Label: Contort ‎– CNTRT007
    Format: Vinyl, LP, Album, 180g
    Land: UK
    Veröffentlicht: 25 Nov 2016
    Genre: Electronic
    Stil: Industrial, Techno, Experimental


    Platte der Woche #329

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    05/03/2017 · Flo · Kategorie: Platte der Woche ·

    testify

    Moin!

    geil, endlich hat es jemand getan – eine Techno Version eines Rage against the machine songs. I love it. It´s great ;)

    Ach Java…, mit 15 Jahren stundenlang auf der Rückbank älterer Kumpels zu Rage abmoschen, das war schön und natürlich lange bevor ich Techno entdeckte. Trotzdem hat es meinen Musikgeschmack natürlich nachhaltig geprägt. In den Tracks, die ich auflege, suche ich immer nach einem Element das rockt, einen irgendwie erfasst und wegträgt – richtig gute Riffs halt. Tom Morello, der Gitarrist von Rage, ist der absolute Meister eingängiger, mitreißender Riffs. Ich kann mich noch gut erinnern, wie ein Feuerwerk aus explosiven Riffs mich und fünftausend andere Verrückte gefühlt 3 Meter hoch hüpfen ließ. Meine wahrscheinlich beeindruckendste Konzert Erfahrung.

    Der gute Matija aus Zürich, u.a. Resident im berühmten Hive Club in Zürich, hat es nun getan. Zwar bedient er sich dabei nicht einem der ganz großen Hits und der Remix ist meiner Ansicht nach auch nicht die ganz große Prime Time Bombe geworden, zielt wahrscheinlich auch gar nicht darauf ab. Genau das, was ich besonders gut am Songwriting von Rage finde, wie oben beschrieben,  kommt in diesem Track nicht so richtig ans Licht, außer in der Mitte ca. ab Minute 3:40.  Aber der Sound ist cool und das roughe Protestgefühl wird gut transportiert. In jedem Fall ist dies ein schönes Beispiel für einen Transfer anspruchsvoller Gitarrenmusik auf den Technofloor.

    Viel Spaß beim Hören!

    Euer Florian Landers

    Testify – Matija RMX feat. Lee Mog

    Label: Hive
    Format: mp3
    Land: Switzerland
    Veröffentlicht: ??
    Genre: Electronic
    Stil: Techno, Cross Over

     


    Platte der Woche #328

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    26/02/2017 · honki · Kategorie: Platte der Woche ·

    Bildschirmfoto 2017-02-24 um 14.43.50

    Gut zehn Jahre ist es jetzt fast her, als das Tanz+Klangkombinat entstand und ich etwas später auch dazu stieß. Es war die große Zeit von Labels wie Border Community, Cocoon und eben auch Kompakt. Alle drei auch heute noch am Start, aber jedes Einzelne dieser drei Labels hatte seiner Zeit die eine oder andere Platte, die auch Jahre später noch immer so unvergessen gut klingen — ich erinnere nur zu gerne an A Break In The Clouds. Und so erschien vor ebenso knapp 10 Jahren auf dem Kompakt Sublabel “Speicher” von Olivier Raymond aka Oxia der Track Domino, auf der B-Seite unter der Release Nummer 34. Eine der Hymnen der damligen “Neotrance”-Ära, die einen so angenehm über den Dancefloor fliegen ließ, wie es nur wenige Nummern zuvor geschafft haben und auch heute noch schaffen. Wer die Nummer nicht kennen sollte, bitte erst einmal hier entlang. Zum großen Jubiläum dieses Werks hat Oxia drei seiner liebsten Interpreten und Remixer Franky & Sandrino, Matador und Robag Wruhme gebeten Domino ein frisches Gewand überzustülpen.

    Schon als ich las, dass Robag hierfür einen Remix beisteuern würde, war mir klar, dass es sich hierbei nicht einfach nur um simples Resampling handeln wird, sondern eine gefühlvolle Interpretation eines Werks, dass vermutlich auch ihm viel bedeutet. Er selbst schrieb dazu heute auch so passend auf Facebook:

    Wie so oft in der Vergangenheit nehme ich mir genau die Lieder vor, die schon so groß sind, dass es doppelt so schwer ist eine eigene Interpretation davon abzuliefern. Ich nahm das Angebot also an, und sagte zu mir selbst: wenn ich “Domino” remixen sollte, dann auf eine schlaue und musikalische Art. Nicht für jeden, der meine beiden Remixe hören wird, wird “Domino” sofort erkennbar sein. Es ist kein “Domino” für den “Megaknallmoment” im Club oder auf dem Festival, sondern steht eher für die sanften und liebevollen Momente auf den Tanzflächen.

    Letzten Endes ist es nicht nur ein Remix geworden, sondern gleich zwei an der Zahl und jeder für sich grundverschieden und doch tragen beide diese wunderbare Reminiszenz dieses Klassikers weiter mit der ganz eigenen Handschrift von Robag selbst. Und ich freue mich diesen Titel dieses Jahr vermutlich auf zahlreichen Veranstaltungen genießen zu können und ihn auch selbst zum Besten zu geben.

    Es grüßt zum Sonntag,
    euer Honki.

    Erschienen ist die Platte am 24. Februar 2017 auf dem, von Agoria gegründeten, Label “Sapiens”.

    Tracklist:

    01. Oxia – Domino (Original Rework Edit)
    02. Oxia – Domino (Original Rework)
    03. Oxia – Domino (Frankey & Sandrino Remix)
    04. Oxia – Domino (Matador Remix)
    05. Oxia – Domino (Robag Wruhme Lasika Remix)
    06. Oxia – Domino (Robag Wruhme Lasika Remix Edit)


    Platte der Woche #327

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    19/02/2017 · Zacharias · Kategorie: Allgemein,Platte der Woche,Releases,Review,Thüringen ·

    No Accident in Paradise – KOLEKCJA

    Blank cassette tape box design mockup, isolated, clipping path.

    Alles schwebt! Auf Tape.

    Das Kollektiv „No Accident in Paradise“ hat Anfang des Jahres mit »KOLEKCJA« eine wunderbare Compilation von verstreuten Ambient-Stücken zusammengeschnürt und in eure Ohren gestreut.

    Es ist ein ganz eigener Kosmos, welchen die Drei da aus ihren Geräten zaubern. An jeder Ecke der Musikstücke blitzen kleine Wunder hervor, es fallen Klangflocken aus allen Himmelsrichtungen und man merkt wie viel Mühe sich hier gegeben wurde, nicht nur eine klangliche, sondern auch eine hohe emotionale und inhaltliche Dichte zu schaffen. An manchen Stellen ist das Alles beim ersten Hören gar nicht voll zu erfassen.

    Eine durch und durch interessante Sache und auch ein sehr gutes Beispiel dafür, dass Musik nicht nach Schema „F“ und dem Ableton Baukastenprinzip entstehen sollte, wenn sie wirklich Tiefe erreichen will. Das Stück »ICE« ähnelt gar einer musikalischen Installation, einem fast schon erfühlbaren Gebilde aus Klängen.

    Eine absolut empfehlenswerte Zusammenstellung die auf stark limitierten 33 Tapes und digital bei Bandcamp zu bekommen ist.

    Stark beeindruckt,
    Zacharias

     

     
    No Accident In Paradise ‎– KOLEKCJA
    Label:
    Not On Label ‎– NAIPmc1
    Format: Cassette, EP, Limited Edition, Numbered, Stereo
    Land: Germany
    Veröffentlicht: 01 Jan 2017
    Genre: Electronic
    Stil: Ambient

     


    Platte der Woche #326

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    12/02/2017 · Martin Anacker · Kategorie: Platte der Woche ·

    pdw

    Schon ein mal war das Label der beiden Iren Mano Le Tough und The Drifter als Platte der Woche in unserer kleinen aber feinen Newsreihe vertreten. Regelmäßig fällt es durch spannende und  abwechslungsreiche Veröffentlichungen auf. Der Sommer 2016 stand dabei ganz im Zeichen eines straighten Technos. Dafür zeigte sich kein geringerer als der Berliner Baikal verantwortlich.  Mit der Pelican’s Flight EP ist er zum zweiten Mal auf Maeve vertreten und setzt dabei ein klares Zeichen. Düstere, repetitive Sounds im Doppelpack. Durch den meditativen Charakter der beiden Tracks wird der Zuhörer zunächst in eine ganz bestimmte Frequenz eingeschwungen, um ihn anschließend mit dezent gesetzten Höhepunkten zur absoluten Ekstase zu bringen. Insgesamt eine rundherum gelungene Scheibe.

    Einen schönen Sonntag wünscht

    euer Martin Anacker

    Baikal (2) ‎– Pelican’s Flight 

    Label: Maeve ‎– maeve 09
    Format: Vinyl, 12″, 33 ⅓ RPM
    Land: Germany
    Veröffentlicht: Jul 2016
    Genre: Electronic
    Stil: Deep Techno, Techno

    Platte der Woche #325

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    05/02/2017 · Julius Herfurth · Kategorie: Platte der Woche ·

    migration

    Das neue Jahr war keine drei Wochen alt, als es sein erstes großes Pop-Album hervorbrachte. An einem Freitag den Dreizehnten im Januar legte Simon Green aka Bonobo mit “Migration” der Welt seinen sechsten Studiolangspieler vor und für ihn scheint dieses Datum kein Unglückstag zu sein, denn “Migration” ist reinstes Sonnenlicht. Mit seinen 12 warmen und groovigen Kompositionen macht uns das von Ninja Tune verlegte Werk die kalten Tage des Winters etwas erträglicher und gern verlieren wir uns in dessen musikalischer Vielschichtigkeit. Zugegeben, ein Album im ersten Monat des Jahres zu veröffentlichen ist riskant, denn gern werden diese Werke in den Retrospektiven des folgenden Dezembers etwas stiefmütterlich behandelt, aber: an die Klasse dieser Auskopplung muss man erstmal herankommen.

    “Migration” bietet viel Abwechslung und trotzdem sprechen die 12 Stücke die selbe Sprache. Es ist unverkennbar immer Bonobo, der mit seinem neuen Werk beweist, dass er spätestens seit dem Vorgänger “The North Borders” seinen eigenen Stil gefunden hat und diesen nun im musikalischen Detail immer weiter entwickelt. Auf “Migration” finden wir von Downtempo über Breakbeats und Popsongs bis hin zu bachstelzenartigem Bummeltechno alles, was die elektronische Szenelandschaft zulässt und Simon Green formt daraus eine akustische Geschichte, welche uns eine gute Stunde aus der tristen und desillusionierenden Realität dieses Jahres entführt.

    Auf den ersten Blick scheint der Titel der LP generisch, ist doch Migration eines der politischen Schlagworte, die uns seit geraumer Zeit beschäftigen. Hört man genauer hin, so findet man dieses Thema dennoch auch musikalisch immer wieder. Subtile kleine Vocal-Parts, Rhythmusabschnitte oder Samples spielen hier mit den Ethnien und schaffen das, was Politik und Zeitgeist in letzter Zeit immer mehr zerstören: Wir sind alle Teil eines großen ganzen, egal woher wir kommen oder wer wir sind. Dazu bedarf es keinem ausgestreckten moralischen Zeigefinger, der sich in den Texten der Stücke widerspiegelt; Bonobo macht sein Statement auf harmonischer, rhythmischer Ebene und beweist damit, dass Musik durchaus universalsprachliche Qualitäten besitzt, auch wenn diese eher emotionaler Natur sind.

    Unser Hörbeispiel dieser Woche soll die bereits im November veröffentlichte Single “Kerala” sein. In dieser zeigt uns Green, wozu er in der Lage ist. Ein intelligentes und glückliches Händchen für Samples, gepaart mit treibenden Rhythmen und einem Feingefühl für Dramaturgie machen diesen Track schon rein akustisch zu einem kleinen Meisterwerk. Doch Bonobo liefert auch medienübergreifend und so beschert er uns zusätzlich ein Musikvideo, welches meines Erachtens bereits jetzt zu den besten der letzten zehn Jahre gehört. Die verstörende Situation, die fordernde Schnitttechnik und die kleinen, feinen Details, welche bei einmaligen Anschauen kaum wahrgenommen werden können, erzeugen hier eine Tiefe, die zusammen mit den warmen Klängen des Stücks genau das unterstreichen, was “Migration” in Gänze ist: Flucht und Entfremdung aus dem Alltag, auf der Suche nach einem Ort der Ruhe und Besinnung. Und gerade 2017 scheinen wir das bitter nötig zu haben. Reinhören!

    Bleibt neugierig und bis zum nächsten Mal,

    der Julius von Solid Rotation

    P.S.: Das komplette Album gibt es bei bandcamp im stream, für all diejenigen, die erst ein paar Mal hören wollen…

    Bonobo – Migration

    Label: Ninja Tune – ZEN236
    Format: 2 x 12″, LP 180g
    Country: Europe
    Release Date: 13.01.2017
    Genre: Electronic
    Style: Downtempo, Breakbeats, Techhouse


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