• Platte der Woche #326

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    12/02/2017 · Martin Anacker · Kategorie: Platte der Woche ·

    pdw

    Schon ein mal war das Label der beiden Iren Mano Le Tough und The Drifter als Platte der Woche in unserer kleinen aber feinen Newsreihe vertreten. Regelmäßig fällt es durch spannende und  abwechslungsreiche Veröffentlichungen auf. Der Sommer 2016 stand dabei ganz im Zeichen eines straighten Technos. Dafür zeigte sich kein geringerer als der Berliner Baikal verantwortlich.  Mit der Pelican’s Flight EP ist er zum zweiten Mal auf Maeve vertreten und setzt dabei ein klares Zeichen. Düstere, repetitive Sounds im Doppelpack. Durch den meditativen Charakter der beiden Tracks wird der Zuhörer zunächst in eine ganz bestimmte Frequenz eingeschwungen, um ihn anschließend mit dezent gesetzten Höhepunkten zur absoluten Ekstase zu bringen. Insgesamt eine rundherum gelungene Scheibe.

    Einen schönen Sonntag wünscht

    euer Martin Anacker

    Baikal (2) ‎– Pelican’s Flight 

    Label: Maeve ‎– maeve 09
    Format: Vinyl, 12″, 33 ⅓ RPM
    Land: Germany
    Veröffentlicht: Jul 2016
    Genre: Electronic
    Stil: Deep Techno, Techno

    Platte der Woche #325

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    05/02/2017 · Julius Herfurth · Kategorie: Platte der Woche ·

    migration

    Das neue Jahr war keine drei Wochen alt, als es sein erstes großes Pop-Album hervorbrachte. An einem Freitag den Dreizehnten im Januar legte Simon Green aka Bonobo mit “Migration” der Welt seinen sechsten Studiolangspieler vor und für ihn scheint dieses Datum kein Unglückstag zu sein, denn “Migration” ist reinstes Sonnenlicht. Mit seinen 12 warmen und groovigen Kompositionen macht uns das von Ninja Tune verlegte Werk die kalten Tage des Winters etwas erträglicher und gern verlieren wir uns in dessen musikalischer Vielschichtigkeit. Zugegeben, ein Album im ersten Monat des Jahres zu veröffentlichen ist riskant, denn gern werden diese Werke in den Retrospektiven des folgenden Dezembers etwas stiefmütterlich behandelt, aber: an die Klasse dieser Auskopplung muss man erstmal herankommen.

    “Migration” bietet viel Abwechslung und trotzdem sprechen die 12 Stücke die selbe Sprache. Es ist unverkennbar immer Bonobo, der mit seinem neuen Werk beweist, dass er spätestens seit dem Vorgänger “The North Borders” seinen eigenen Stil gefunden hat und diesen nun im musikalischen Detail immer weiter entwickelt. Auf “Migration” finden wir von Downtempo über Breakbeats und Popsongs bis hin zu bachstelzenartigem Bummeltechno alles, was die elektronische Szenelandschaft zulässt und Simon Green formt daraus eine akustische Geschichte, welche uns eine gute Stunde aus der tristen und desillusionierenden Realität dieses Jahres entführt.

    Auf den ersten Blick scheint der Titel der LP generisch, ist doch Migration eines der politischen Schlagworte, die uns seit geraumer Zeit beschäftigen. Hört man genauer hin, so findet man dieses Thema dennoch auch musikalisch immer wieder. Subtile kleine Vocal-Parts, Rhythmusabschnitte oder Samples spielen hier mit den Ethnien und schaffen das, was Politik und Zeitgeist in letzter Zeit immer mehr zerstören: Wir sind alle Teil eines großen ganzen, egal woher wir kommen oder wer wir sind. Dazu bedarf es keinem ausgestreckten moralischen Zeigefinger, der sich in den Texten der Stücke widerspiegelt; Bonobo macht sein Statement auf harmonischer, rhythmischer Ebene und beweist damit, dass Musik durchaus universalsprachliche Qualitäten besitzt, auch wenn diese eher emotionaler Natur sind.

    Unser Hörbeispiel dieser Woche soll die bereits im November veröffentlichte Single “Kerala” sein. In dieser zeigt uns Green, wozu er in der Lage ist. Ein intelligentes und glückliches Händchen für Samples, gepaart mit treibenden Rhythmen und einem Feingefühl für Dramaturgie machen diesen Track schon rein akustisch zu einem kleinen Meisterwerk. Doch Bonobo liefert auch medienübergreifend und so beschert er uns zusätzlich ein Musikvideo, welches meines Erachtens bereits jetzt zu den besten der letzten zehn Jahre gehört. Die verstörende Situation, die fordernde Schnitttechnik und die kleinen, feinen Details, welche bei einmaligen Anschauen kaum wahrgenommen werden können, erzeugen hier eine Tiefe, die zusammen mit den warmen Klängen des Stücks genau das unterstreichen, was “Migration” in Gänze ist: Flucht und Entfremdung aus dem Alltag, auf der Suche nach einem Ort der Ruhe und Besinnung. Und gerade 2017 scheinen wir das bitter nötig zu haben. Reinhören!

    Bleibt neugierig und bis zum nächsten Mal,

    der Julius von Solid Rotation

    P.S.: Das komplette Album gibt es bei bandcamp im stream, für all diejenigen, die erst ein paar Mal hören wollen…

    Bonobo – Migration

    Label: Ninja Tune – ZEN236
    Format: 2 x 12″, LP 180g
    Country: Europe
    Release Date: 13.01.2017
    Genre: Electronic
    Style: Downtempo, Breakbeats, Techhouse


    Platte der Woche #324

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    29/01/2017 · Vivian Koch · Kategorie: Platte der Woche ·

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    Auch wenn das Jahr 2017 schon wieder vier Wochen mit sich gebracht hat, möchte ich euch eine meiner #ohmeingottlieblinge aus dem letzten Jahr nicht vorenthalten.

    Illum Sphere verkörpert mit seinem dynamisch ästhetischen Album “Glass” jene Stimmung, welche für mich persönlich eine bezaubernde Begleitung zum Jahreswechsel war. Der in London geborene Künstler veröffentlichte direkt beim dort ansässigen Label Ninja Tunes, was ohne Zweifel seine Karriere als DJ in den letzten 3 Jahren stark beeinflusste.

    Folglich seiner eigenen Kurzfassung, dass diese neun Stücke einen lebendigen Raum schaffen sollen, der dennoch eine Form der Distanzierung verkörpert, transportiert die Gesamtheit seines klanglichen Bildes jede Art von Gefühlen. Um dazu der Sinnigkeit optisch ein Ambiente zu verleihen, wählte der britische Produzent für die Platte eine hellblau-grau milchige Farbe, welche sich mit der Assoziation von Glas und der selbstgewählten Interpretation versteht. Hört mal rein ihr Plattenmäuse, es lohnt sich.

    Illum Sphere – Glass
    Label: Ninja Tunes
    Format: Vinyl, 12″
    Country: UK
    Released: 2016
    Genre: Electronic
    Style: Ambient, Techno, Electro, Wave

    Platte der Woche #323: Felix Reiter – Am Offenen Fenster feat. Irisko

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    22/01/2017 · Baba Sikander · Kategorie: Platte der Woche ·

    Cover - Felix Reiter - Am offenen Fenster (minore tis avgis)

    An diesem Sonntagnachmittag blicke ich durch mein Fenster auf einen sonnengefluteten Friedrichshainer Hinterhof, freue mich über Tauwetter und diesen zur Stimmung passenden Release eines sehr geschätzten Freundes.

    Mit „Am Offenen Fenster“ eröffnen Felix Reiter und die für einen wundervoll treibenden Remix zeichnende DJ Aroma das frische Berliner Label Techno WG, das sich, wie ich aus vertrauenswürdiger Quelle erfahren habe, einem zarten bis harten, aber immer herzlichen Sound verschrieben hat und von dem wir in der nächsten Zeit weitere akustische Leckerbissen erwarten können.

    Schwer und schleppend macht sich das Original auf den Weg, zieht ein wenig ziellos durch den Morast und lässt sich dann von einer engelsgleichen Stimme in eine melancholisch verträumt-verqualmte Opiumhöhle entführen, die ein offenes Fenster wirklich zu schätzen wüsste. Mit Sicherheit geht es in dem Lied, das dieser Engel singt, aber um etwas Anderes als starke Rauschmittel. Denn es handelt sich dabei um ein bekanntes griechisches Volkslied, vorgetragen von Irisko, einer guten Freundin von Felix, die ihn offensichtlich mit ihrer Stimme ebenso überraschend verzaubert hat, wie es bei mir passiert ist. Bislang habe ich solche femininen, zarten Vocals weder von Felix als Solokünstler noch vom Techno Frühstück gehört, dessen langhaarigere Hälfte er darstellt. Aber das sollen die beiden mal unter sich ausmachen…

    Dann reißt der Remix ganz plötzlich und mit viel Optimismus das bislang vergeblich gesuchte Fenster auf, um durchzulüften und den traurigen Mief des Winters und die Melancholie rauszupusten. Vielleicht auch, um etwas vorfreudig den Frühling herein zu bitten. Mit treibender Geradlinigkeit und minimalistischer Perspektive fordert DJ Aroma zum Tanz. Damit gibt sie dem melancholischen Original eine fröhlich-freche Antwort aus dem Technokeller und rundet diesen Release gekonnt mit einem Augenzwinkern ab.

    Die digitale Öffnung des Fensters ab Mitte Februar auf den üblichen, allseits bekannten Online-Shops und Streamingdiensten geplant. Die Techno WG freut sich bestimmt, wenn ihr bei Facebook oder bei Soundcloud auf dem Laufenden bleiben wollt.

    Habt Freude!
    Euer Baba

    Felix Reiter – Am Offenen Fenster feat. Irisko
    Genre: Electronic
    Stil: Deephouse, Techno
    Label: Techno WG
    Land: DE
    Jahr: 2017
    Format: Digital


    Platte der Woche #322

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    15/01/2017 · Martin Anacker · Kategorie: Platte der Woche ·

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    Wir schreiben das Jahr 1997, einem Jahr, das aufgrund der tiefgreifenden Ereignisse die Welt in eine zuvor nie dagewesene Weltordnung brachte. Hongkong befreit sich aus der Kolonialherrschaft Englands und geht an das Chinesische Reich zurück und Schalke gewinnt im spannungsgeladenen Elfmeterschießen den UEFA-Cup gegen Inter Mailand und schafft es erneut an die internationale Spitze des Profifußballs. Rammstein schaffen es mit ihrem Album „Sehnsucht“ die Herzen der Dance- Metal Fans höher schlagen zu lassen und Jan Ullrich gewinnt unter mysteriösen Umständen die Tour de France. Echt dope! Fernab der schlagzeilenversierten Berichterstattung kommt  zu dem größten Ereignis im Jahresrückblick. „Basement Jaxx“ drops „Fly Life Extra“ on „Multiply Records“ and brought the label biggest success ever! Puh, jetzt erstmal kurz durchatmen… Hinter Basement Jaxx verbergen sich Felix Bunton und Simon Ratcliffe, die beide im Londoner Stadtteil Brixton ihre Aufzucht genossen. Der Gründungsgedanke unterlag dem Bildungsauftrag, eine Rückbesinnung des House im Chicagostyle voranzubringen. Die Verbindung von klassischen Melodien gepaart mit pompösen Basslines und Garagebeats erwachsen in dem unverkennbaren und bis dahin einmaligen Sound des Duos, welcher oft in den Medien als angelsächsisches Pendant zu „Daft Punk“ gehandelt wurden. Neben dem „Fly Life Extra“ Song schafften es „Barefax“ und „Cajmere“, näher bekannt unter dem Alias „Green Velvet“, mit auf die „Unreleased Mixes“- Auskopplung. Die Herzstückkomponente des „Fly Life Extra“-Tracks von „Basement Jaxx“ bildet ein Ragga-Style Vocal von dem britischen Ragga- und Dancehall- Toaster: „Glamma Kid“. Das Pitch-Bend geformte Quietschen gibt dem Track den Rest und sorgt für einen tadellosen Wiedererkennungswert: Thumbs up, Pants down! Ein wahres Schmuckstück für reizende Sunrise-Momente und Jawolla-verdächtig! Einen angenehmen Sonntag wünsche Ich und bis Dancen!

    Gabriel von Solid Rotation

    Basement Jaxx- Fly Life (Unreleased Mixes)
    Label: Multiple Records – 12MULTY21X
    Format: Vinyl, 12″
    Country: UK
    Released: 1997
    Genre: Electronic
    Style: House, Deep House, Speed Garage

    Platte der Woche #321

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    08/01/2017 · Thomas · Kategorie: Allgemein,Platte der Woche ·

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    Aloha, Freunde des elektronischen Musikgeschmacks, die 321te Ausgabe der Platte der Woche steht an.
    Mega dachte ich, als ich diesen Track das erste Mal hörte! Ich war von dem Arrangement und von der Energie des Melodieparts des Tracks tief beeindruckt. Wie sich die Claps durch den Sound bewegen und nach den Breaks immer wieder einen schönen Aufbau zusammen mit dem Bass bilden. Das ist einfach eine Platte die den Titel „ Platte der Woche“ aus meiner Sicht verdient hat, an dieser Meinung hat sich auch nach zahlreichem Hören nichts geändert. Also war es nur eine Frage der Zeit, dass ich das Musikstück hier vorstellen werde, da ich nun wieder an der Reihe bin.
    Um das Geheimnis nun endlich zu lüften – es handelt sich um den Produzent en „SAAND“ mit seinem Track „Elysian“, welcher auf dem Label „Motek Music“, auf dem Long Player „Motek Journeys: USA“ erschienen ist.
    Das bezaubernde Stück Musik hat seinen Weg auch in meinen neuen Mix gefunden, den ich in der kommenden Woche veröffentlichen werde.

    Stay tuned!
    Thomas von Niemand&Keiner

    Artist:  Various Artists
    Titel: Motek Journeys: USA
    Label: Motek Music
    Release Date: 10.10.2016
    Format: digital

    Tracklist:

    01. SAAND – Elysian
    02. Slumber feat. Amunet Shah – Temple
    03. Nicolaas Black – Galaxy Play
    04. After Touch & Beatrax – Windwalker
    05. Medicinne – Lost
    06. Speaking in Tongues – Motion in Colour
    07. Smeed & Suspence – Drive
    08. Steve Leroy – Secrets
    09. Artur Nikolaev & Ashwin Khosa – Broadway Groove
    10. CompleteJ And RazV – Hemispheres
    11. Martin Aquino & Ryan Pamatmat – Two Thirty One
    12. Jason Bay – 4AM


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