• Platte der Woche #356

    0

    15/10/2017 · Martin Anacker · Kategorie: Platte der Woche ·

    pdwZugeben, ein paar Tage ist das gute Stück nun doch schon alt. Aber auf Dauer gesehen kommt man an dem sympathischen Mann aus Lausanne eben einfach nicht vorbei. Und so fiel mir, nach längerer Verweildauer im Plattenregal, kürzlich dieses Schmuckstück wieder in die Hände. Und wie es manchmal so ist, wenn sich mit der Zeit die individuelle Wahrnehmung von Musik schleichend verändert, traf es mich diesmal heftiger als je zuvor. Um nicht zusagen mitten ins Herz. Denn genau dort berührt dieses Kunstwerk den geneigten Hörer, wenn er es denn zulässt. Malerisch wie die schweizerische Landschaft, erstreckt sich dieses sanfte, harmonische und zu tiefst emotionale Stück Musik aus den Membranen der Lautsprecher, wellenartig durch die Luft bis tief in den eigenen Gehörgang. Was passt bitte besser zu einem goldenen Herbstnachmittag?

    In diesem Sinne euch allen einen schönen Sonntag und hoffentlich auf bald.
    Euer Martin

    Kadebostan ‎– Love in Looxor

    Label: Crosstown Rebels ‎– CRMLP020
    Series: Get Lost – V
    Format: 3 × Vinyl, 12″, 33 ⅓ RPM, Compilation
    Country: UK
    Released: 31 Oct 2012
    Genre: Electronic
    Style: Minimal, Experimental, Electro, House, Tech House, Techno, Synth-pop

     


    Platte der Woche #355

    0

    08/10/2017 · Philipp · Kategorie: Platte der Woche ·

    Bildschirmfoto 2017-10-08 um 14.24.54

    Anlässlich meines Beitrags zur Platte der Woche möchte ich euch einen Artist näher bringen, welcher mich schon seit den Anfängen der Sammlung elektronischer Medien stets begleitete.
    Steffi! Sie nimmt für mich eine einzigartige Stellung ein, da ihre musikalische Reichweite weit über das hinaus geht, was man als gängige Clubmusic mit Dancefloortauglichkeit bezeichnen kann.

    Zu meinen ersten Scheiben gehörte auch ihr erstes Soloalbum Yours & Mine, worauf der Track „Yours feat. Virginia“ viele Clubs flankierte. Mit „World of the Walking State“ erscheint nun ihr drittes Soloalbum auf Ostgut Ton. Während die ersten beiden Alben stets House- und Pop-Rhythmen bedienten, kommt es im dritten Album zu einem musikalischen Aufbruch. Innerhalb ihrer zehn Stücke erwächst sie in einem völlig neuen Terrain. Die breakigen Drum-Patterns und Industrial Sounds erinnern in ihrer Verschiedenheit stets an ihre Handschrift. Die Handschrift des wärmenden Sounddesigns und der vielschichtigen Polyphonie. Ohne jetzt jeden Track einzeln vorzunehmen, überzeugt in der Gesamtheit des Albums die Anwendung akustischer Störsignale gepaart mit zyklischen Melodien. Für mich definitiv das Album des Jahres 2017 und ich hoffe, dass es in den Polls von Resident Advisor oder Groove ähnlichen Anklang findet.

    Einen schönen Sonntag!

    Gabriel von Solid Rotation

     

    Steffi (8) ‎– World Of The Waking State

    Label: Ostgut Ton ‎– OSTGUTLP27
    Format: 2 × Vinyl, LP, Album, Gatefold
    Land: Germany
    Veröffentlicht: 22 Sep 2017
    Genre: Electronic
    Stil: Techno, Electro, IDM


    Platte der Woche #354

    0

    01/10/2017 · Thomas · Kategorie: Allgemein,Platte der Woche ·

    16542000

    Heute zur nächsten Ausgabe der “Platte der Woche”, möchte ich euch bei den letzten schönen Spätsommertagen zu einem milden und entspannten Sound einladen. Dieser kommt von einem Künstler den ich schon länger musikalisch verfolge und sehr schätze – Christian Löffler. Im August 2017 veröffentlichte er ein Club- Mix- Album von seinem aktuellen Album “Mare” auf dem Label “Young Alaska”, wo unteranderem Künstler wie Avatisim, Yotto und Kris Davis die Remixe beisteuerten. Bei den vorgenannten Künstlern sollte bei einigen von euch die Lust zum reinhören gestiegen sein. Aus dem Album möchte ich euch den Track ” Lid im Yotto Remix” ans Herz legen. Der Sound ist zwar mit der Club fokussierteste auf dem Album aber mit seinem entspannten Groove immer noch so gediegen und voluminös, dass er dem Genre Deep House alle Ehre macht. Es ist wieder ein Track der bei “Niemand & Keiner” nicht wegzudenken wäre, wieder mal die Augen schließen und die Melodien auf sich wirken lassen.

    Viel Spaß dabei wünscht euch Thomas von Niemand & Keiner

    Christian Löffler ‎– Mare (Club Mixes)
    Label: Young Alaska ‎– YA07
    Format: 6 × File, MP3, 320 kbps
    Land: Germany
    Veröffentlicht: 24 Aug 2017
    Genre: Electronic
    Stil: Tech House, Deep House, Experimental


    Platte der Woche #353

    0

    24/09/2017 · Baba Sikander · Kategorie: Platte der Woche ·

    Billy Caso – The Day Before Tomorrow
    billy caso - the day

    Billy Casos Tracks treffen bei mir einen Nerv. Ich mag seine lässige Art, den Floor mit nachhaltigen, bewegenden Basslines zu füttern und darüber eine verständliche, auf den Punkt gebrachte Story zu legen. Sein stets sauber gemischter Sound unterstreicht das Ganze und macht mir beim Mixen echte Freude. Seine Tracks haben viel Atmosphäre und einen aufgeräumten Charakter, so dass ich es einfach liebe, davon ausgehend die Stimmung in meinen Sets zu weben. Mit einer derartigen Voreingenommenheit und Erwartung im Gepäck, habe ich mir sein vor einer guten Woche erschienenes neues Album heruntergeladen und zum House-Frühstück an diesem bitteren, verregneten Bundestagswahlschicksalssonntag gegönnt.

    „Gabito“ eröffnet das Album so wie ich an einem frischen Sommermorgen am Waldsee geweckt werden möchte. Eine Stunde bevor die Afterhour richtig losgeht. Ausgeruht. Neugierig. Erwartungsvoll. Lässig wieder reinkommen. Wippend zum Zähne Putzen und dann erstmal nen Espresso. Oder andersrum?

    „Downtown“ ist eine ziemlich nasse Angelegenheit. Nach der Rückkehr vom Waldsee weckt die verregnete Hinterhofatmosphäre offenbar den Wunsch, Regen auch einfach mal abstellen zu können – sehr verständlich und nachvollziehbar. Mit dieser warmen, kuscheligen Bassline und diesem unaufgeregt streichelndem Hang könnte ich aber auch ertragen, wenn es weiterhin Hunde und Katzen regnet.

    Was in „Miami“ genau los war, entzieht sich nach wie vor meiner Kenntnis. Ich hatte diese Party zwar verwanzt und abgehört, hier und da Gesprächsfetzen aufgenommen. Aber ich konnte nicht hören um was es ging. Da war die ganze Zeit so ein hüpfender Bass, dem sich meine Aufmerksamkeit einfach nicht vermochte zu entziehen.

    Ein Alptraum ist der folgende Track mitnichten, finde ich. „TV Nightmare“ scheint sich eher darüber zu mokieren, wie es jemand mit der Reparatur eines Fernsehgerätes aufnimmt. Das Bühnenbild in diesem Track vermittelt dabei nämlich keinen wirklichen Fortschritt – eher mündet das Ganze in immer wiederkehrenden Verzweiflungshandgriffen. Unterdessen geht der Track voll auf Sendung und schiebt sich auf mehreren Frequenzbändern modulierend langsam in meinen Tuner, so dass ich spätestens jetzt auf Empfang bin.

    Was scheint mir diese Frauenstimme mitteilen zu wollen, die auf mehreren mächtigen Wellen in meinen Ohren zerfließt? „LA“ schiebt mich auf einem treibenden Rhythmus in einen leicht verzerrten Raum, wo ich mich in einem Bad aus obskurer Wärme oder zumindest warmer Obskurität wiegen kann. In diesem Raum befinden sich Laserkanonen, Straßenhunde und undichte Leitungen. Welche Botschaft die Dame in diesem Track für mich bereit hält, wird sich hoffentlich zu einem anderen Moment ergeben. Neugierig bin ich jedenfalls.

    „Zeus“ hat bei mir nach einem halben Takt das ItaloDisco-Bassline-Knöpfchen gedrückt und mich zu einer Bemerkung hinreissen lassen, die auch als „Gesegnete Fäkalie“ umschreibbar wäre. Aber da hatte der ja noch nicht mal richtig angefangen… Ein Track zum WipeOut Daddeln, Autofahren oder raven. Immer wieder eine neue Welle und auch ne weitere Schippe Analoge Ästhetik drauf. Ein Level nach dem anderen. Auch wenn ich bestimmt jeden Track von diesem grandiosen Album spielen werde – „Zeus“ ist mein absoluter Favorit.

    „43 Hours From Love“ flutet einen Schulhof mit tragendem, warmen Bass und spannt darüber einen Raum aus Reverbfahnen und getriggerten Vocals auf. Nasse, LFO-modulierte Akzente, dezente Percussions und eine mächtige Synth-Fläche schweben durch die Szenerie und kommen in mehreren Wellen wieder. Auch hier findet sich wieder dieses schöne Zusammenspiel zwischen den Flächen in der Tiefe und den Pads und Voices weiter oben, was sich eigentlich wie ein roter Faden durch das gesamte Album zieht.

    Wie zu Anfang beschrieben, bin ich sehr voreingenommen und voller Erwartung an dieses Album herangetreten und ich wurde nicht enttäuscht. Ich habe einiges von dem gehört, wofür ich Billy Caso bislang kannte und darüber hinaus noch weitere schöne Facetten seiner Art von House kennen gelernt. „The Day Before Tomorrow“ war mir eine Riesenfreude und mir brennt es schon unter den Nägeln, diese Inspiration gleich beim Jammen zu verarbeiten. Aber hört doch mal selber rein! :)

    Billy Caso – The Day Before Tomorrow

    Label: All rights reserved
    Format: Digital
    Country: DE
    Release Date: 18.9.2017
    Genre: Electronic
    Style: House


    Platte der Woche #352

    0

    17/09/2017 · Julius Herfurth · Kategorie: Platte der Woche ·

    tsem

    Wir mögen Musik, soviel steht fest. Ihr so sehr, dass Ihr das Internet nach neuen Ideen und Glanzstückchen der akustischen Kunstlandschaft durchforstet; ich so sehr, dass ich mir die Zeit nehme, alle paar Monate über, meines Erachtens besonders gelungene Dinge zu schreiben. Heute soll es mir um eine besondere Form des Hörerlebnisses gehen. Denn neben Einzeltracks, die uns beeindrucken und Alben, die ob ihrer individuellen Selection auch sehr gut funktionieren, gibt es noch eine dritte erwähnenswärte Form: das Konzeptalbum. Dieses besticht vorrangig durch seine Gesamtkomposition, ist ein in sich geschlossenes Stück mit Anfang und Ende und ist daher wohl sehr von den Sinfonien und Orchestralwerken der Klassik beeinflusst. Pink Floyd waren zu ihrer Hochphase unzweifelhaft Meister dieser Form von Langspieler und wurden später im psychedelisch, rockigen Bereich von Bands wie Porcupine Tree oder Tool abgelöst. Auch im elektronischen Genre gab und gibt es immer wieder Versuche, solche klangreiseartigen Gesamtkunstwerke zu erschaffen. Die Natur der artifiziellen Klang- und Rhythmuserzeugung entpuppt sich dabei allerdings immer wieder als ernstzunehmendes Hindernis, denken wir zum Beispiel an Sven Väth’s “The Harlequin, the Robot and the Ballet Dancer”, welches neben seinem etwas pathetischen Titel musikalisch letztlich sehr statisch wirkte und dementsprechend ein Eintauchen und Wegdriften des Hörers nicht wirklich zu bewerkstelligen wusste.

    Nun ist mir dieser Tage ein kleines Wunderwerk in die Hände gefallen, welches bereits im Januar diesen Jahres seine Veröffentlichung feierte und bei dem ich mich wunderte, wie es so gänzlich an mir vorübergehen konnte. Verursacher meines neusten musikalischen Nerdgasms ist der Engländer Ross Tones alias Throwing Snow, den ich bereits durch einige kleinere Veröffentlichungen kannte, mit dem ich mich aber noch nie eingehender beschäftigt hatte: aus heutiger Sicht ein grober Fehler. Tones Album “Embers” zeichnet sich in erster Linie durch Vielschichtigkeit aus: Von Dub-Step über Break-Beats, Chillout, Techno und House gewürzt mit etwas Trip-Hop, Drone, Ambient und Postrock oder Garage…die Einflüsse aus denen sich seine Kompositionen nähren sind zahlreich. Dies verleiht der Musik des Briten einen experimentellen und abwechslungsreichen Charakter, welcher durch seine ausgezeichnete minimalistische Arbeitsweise nur noch verstärkt wird. Variation ist das Zauberwort. Tones verändert und moduliert immer und immer wieder und erzeugt so eine wunderbare Organik, die der Stasis der synthetischen Klangerzeugung dauerhaft entgegenwirkt. Wir haben nie das Gefühl, zweimal die selbe Stelle zu hören, etwas, dass man in der elektronischen Musiklandschaft erst einmal erreichen muss. Throwing Snow schickt uns auf eine Reise und genauso vielseitig wie die Einflüsse der Musik, sind die Emotionen, die sie in uns hervorruft. Von Melancholie über kraftvollere Aufbruchsstimmungen, kalten Dystopien bis hin zu warmen Wohlfühlklängen ist hier alles dabei und auf eine einzigartige Weise miteinander verwoben. Meine Damen und Herren, ich präsentiere: Das hier ist Kunst!

    Ein Wort der Vorsicht: Ein Album wie “Embers” entfaltet seine Wirkung nur in Gänze und um zu einem umfassenden Erlebnis und Verständnis des Werks zu gelangen, sollte man sich diese Zeit auch wirklich nehmen. Wer hier skipt, macht etwas falsch, so hart dies auch klingt. Lieber Kopfhörer auf, Augen zu und Hingabemodus einschalten…die 60 Minuten sollte man haben. Und nicht wundern, wenn man nach Ende der Zeit im stillen Kämmerlein sitzen bleibt und erstmal weiter über das Gehörte sinniert: Ging mir beim ersten Mal auch so.

    Für ein kleines Preview löse ich an dieser Stelle ein einzelnes Stück aus dem Album heraus. Dieses kann aber nicht im Mindesten das abbilden, was die Gesamtkomposition im Stande ist zu leisten. Wem es also gefällt, der sollte sich als nächstes das ganze bei bandcamp einverleiben. Da gibt es dann immernoch das Problem, dass zwischen den einzelnen Titeln kurze Pufferpausen sind, was die Immersion um Längen schmälert. Wer also beim stream denkt: “Das loift!”, der ist gut beraten, hier etwas Geld in den Erwerb der Platte zu stecken (am Besten digital oder auf CD – bei Vinyl wird man hier durch Seitenwechsel doch allzu heftig aus seinen Klangfantasien gerissen).

    Ich lass euch damit mal allein – ihr seid ja schon groß und wisst, wie’s geht… ;)

    Bis zum nächsten Mal und bleibt neugierig,

    der Julius von Solid Rotation

    Throwing Snow – Embers

    Label: Houndstooth – HTH074
    Format: various (vinyl, cd, download)
    Country: UK
    Release Date: 20.01.2017
    Genre: Electronic
    Style: Experimental, IDM

     

     


    Platte der Woche #351

    0

    10/09/2017 · Vivian Koch · Kategorie: Platte der Woche ·

     

    Gavin Russom

    Hallo an alle musikinteressierten Menschen!

    Wie ihr eventuell schon mitbekommen habt, versuche ich mich immer beim Auswählen der Sonntagsplatte auf meine derzeitig persönliche Situation zu beziehen und dabei sowohl zwischenmenschliche Begegnungen, als auch Orte nicht außer Acht zu lassen.

    Da ich diesen Monat am Ende meiner USA Reise einige Tage in New York verbringen werde, fiel meine Entscheidung sofort auf eine EP von Gavin Rayna Russom. Als EBM – und Acid Liebhaberin bin ich damals simpel durch L.I.E.S., dem Label Lux Records aus Zürich und wiederum durch Death From Above, kurz DFA – auf der Suche nach coolem, dreckigen House – gleich mehrmals auf Russom’s Produktionen gestoßen. Sie ist nicht nur ausschließlich für ihre eigenen musikalischen Werke oder Kollaborationen u.a. in Gruppen wie LCD Soundsystem, Black Leotard Front oder The Crystal Ark bekannt, sondern arbeitete auch an audiovisuellen Projekten, wie Musikvideos und diversen Installationen.

    Wie auch immer – die “Body Minimalism” EP erschien auf dem belgischen Label Curle Recordings und ist mir eigentlich erstmals nur durch EP /- Tracknamen ins Auge gestochen. Komischerweise hat die A Seite und der für mich wohl am düstersten konnotierte Track “Punisher” den weichsten Klangverlauf der gesamten EP. Erst mit der B Seite wird’s durch “All Souls” allmählich durchtrieben, gespenstisch, verspult und absolut treibend. Die B2 fordert dann richtig und saugt förmlich Energie.

    Man möge sich kaum die Faszination mit dem dazugehörigen Gesichtsausdruck zu dem Zeitpunkt vorstellen, als ich wieder einmal an einer langen Discogs Nacht auf dieses Genre traf, welches für mich zu Beginn fast wie ein Mix aus Electro und Rock klang!?!

    mit den besten Grüßen aus Amerika,

    Vivian

    Gavin Russom ‎– Body Minimalism
    Label: Curle Recordings
    Format: Vinyl, 12″
    Land: Belgium, Gent
    Veröffentlicht: Sep 2015
    Genre: Electronic
    Stil: Techno, Acid, EBM


    Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...57 58 59 Weiter