• Platte der Woche #299

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    24/07/2016 · Julius Herfurth · Kategorie: Platte der Woche ·

    shed

     

    René Pawlowitz wurde 1975 in Frankfurt an der Oder geboren und verbrachte seine Jugend in Schwedt, ebenfalls an der Oder. In den frühen Neunzigern entwickelte er eine große Faszination für elektronische Musik und begann langsam, aber stetig, an eigenen kleinen experimentellen Arrangements zu arbeiten. Nachdem er 2002 nach Berlin gezogen war, festigte sich sein Hang zu Eigenkompositionen und so veröffentlichte er anno 2004 seine erste EP. Bis zum heutigen Tag, im Sommer des Jahres 2016, ist er für insgesamt drei Alben, sowie sage und schreibe 48 Singles verantwortlich. Jetzt stutzen alle in der elektronischen Musik bewanderten Leserinnen und Leser und sagen: “Moment, wenn der so eine große Nummer ist, warum hab ich dann eigentlich noch nichts von dem gehört?” Habt ihr schon; glaubt mir!

    Neben den zahlreichen Auskopplungen seines musikalischen Oeuvres besitzt René Pawlowitz nämlich noch etwas in rauhen Mengen: Pseudonyme. Bei Discogs sind insgesamt 14 verschiedene Künstlernamen zu seiner Person gelistet und darunter findet man dann auch schon etwas bekanntere, wie zum Beispiel Wax, WK7 oder Head High. Der sichere und geübte Hörer wird jetzt bestimmt schon Parallelen beim Klang der angesprochenen Projekte erkennen. Das bekannteste Alias von René Pawlowitz ist bis hierhin jedoch noch unerwähnt geblieben. Dies soll nun der Form halber nachgeholt werden, da den meisten von euch spätestens jetzt ein kleines Licht aufgehen sollte: René Pawlowitz ist ebenfalls Shed. Diese Größe ist seit Mitte der 2000er Jahre aus der Technoszene Berlins kaum wegzudenken und seine eigenwilligen, teils sehr verkopften und experimentellen, aber auch schonungslos tanzflächengeeigneten Kompositionen sind jederzeit ein Ohr wert. Und wer sich nicht den gesamten Katalog anhören möchte, der sollte sich zumindest einmal die drei Alben zu Gemüte führen, die Shed bis dato produziert hat.

    Was haben die Leute eigentlich mit den Pseudonymen? Da ich einst einem Artikel zu Pawlowitz in der Groove entnehmen konnte, dass dieser recht menschenscheu ist, so haben wir mit dieser Tatsache bereits eine mögliche Erklärung. Je mehr Identitäten ich habe, desto unbekannter bin ich als Individuum; jedenfalls so der logische Gedankengang – wenn das mal nicht nach hinten losgeht. Anders gedacht, könnte darin auch ein Statement versteckt sein: Es geht in der elektronischen Musik nicht um die Ikonisierung einiger Weniger, sondern um die Leidenschaft Vieler…inwieweit dies allerdings durch die Tatsache ad absurdum geführt wird, dass sich der selbe Künstler hinter 14 verschiedenen Namen verbirgt, das mag ich an dieser Stelle nicht beurteilen. Die Antwort kennt wahrscheinlich nur Pawlowitz selbst. Irgendjemand wird sich wohl mit ihm anfreunden und ihn fragen müssen…

    Seit Anfang diesen Jahres existiert nun Pseudonym Nummer 14: Seelow. Das ließe sich so schön englisch aussprechen. Ich frage mich allerdings, ob man dann nicht Gefahr liefe, in eine Falle zu tappen. Seelow ist ebenfalls der Name eines kleinen brandenburgischen Ortes nahe der polnischen Grenze. Ob sich der Künstler dorthin zurückgezogen hat, um die heutige PDW zu produzieren? Auch hier muss ich erneut passen. Wer auch immer sich mittlerweile mit Pawlowitz angefreundet hat, soll bitte auch dies erfragen, ansonsten müssen wir wohl ewig weiter spekulieren. TFE xx4 ist bei The Final Experiment erschienen, einem Label, über das es scheinbar so “viele” Informationen wie über den Künstler selbst gibt. Um ein wenig mehr Licht ins Dunkel zu bringen, hier ein Zitat aus dem Discogs-Eintrag: “More stuff out of the galaxy called “Hardwax Berlin”…”

    TFE xx4 besticht durch zwei im typisch Pawlowitzschen Klangspektrum angesiedelten Kompositionen. Während die A-Seite: xx4A als pumpender, vom Rhythmus getriebener Ravetrack daherkommt, der uns zur Peak-Time einer jeden Party ordentlich an die Hüften will, überzeugt die Flipside xx4b mit einem etwas subtileren Arrangement. Dieses ist aber nicht weniger tanzbar und erinnert uns durch seine hypnotische Melodie sehr an Auskopplungen des Labels Power House, bei welchem, wie sollte es auch anders sein, Pawlowitz vorrangig als WK7 und Head High aktiv war. TFE xx4 ist eine EP für Liebhaber, die roh klingenden, eigenwilligen und straighten Techno mögen, der trotzdem nicht statisch auf dem Dancefloor steht. Alle anderen sollten ebenfalls mal reinhören und sei es nur, um die musikalischen Sphären eines der vielseitigsten Produzenten elektronischer Musik dieses Landes kennen zu lernen.

    Bleibt neugierig und bis zum nächsten Mal,

    der Julius von Solid Rotation

    P.S.: Aufgrund der wenigen Infos über Künstler und Label existiert zu diesen auch leider kein Soundcloud-Account. Schweren Herzens bin ich diesmal gezwungen, ein Youtube-Video zu verlinken. Ich hoffe, dieses bleibt uns noch eine Weile erhalten. Wenn nicht, einfach bei mir melden, ich suche dann ein Neues!

    Seelow – TFE xx4

    Label: The Final Experiment – TFE xx4
    Format: Vinyl, 12″
    Country: Germany
    Release Date: 09.02.2016
    Genre: Techno


    Platte der Woche #298

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    17/07/2016 · Zacharias · Kategorie: Musik,Platte der Woche,Review ·

    rb061

    Einen schönen Sonntag liebe Mitmenschen!

    Als Schallplattenunterhalter ist man nicht selten dazu geneigt, dem Zuhörer auf der Tanzfläche gegenüber, den musikalischen Belehrbär zu spielen. Da serviert man also ab und zu mal vermeintlich Musik, von der man überzeugt ist, genau das müsste jeder mal gehört haben. Das Schöne an diesem Spiel ist, dass die musikalische Erziehung im Nachtleben auch ganz schnell in die andere Richtung verlaufen kann. Da wird einem von einem lieben Menschen ein Künstler empfohlen, den man erst mal mit gewisser Skepsis auf seine “Muss-ich-mir-wohl-mal-anhören-Liste” vermerkt. Ja und dann kommt oft das Unweigerliche: Warum hab ich das nicht schon fünf Jahre eher gekannt und wie konnte das an mir vorbeigehen?

    So geschehen mit dem britischen Produzenten Leon Vynehall. Nach seinem klasse Album “Music for the Uninvited” aus dem Jahre 2014, hat er dieses Jahr auf Gerd Jansons Label Running Back das wundervolle Album »Rojus – Designed to Dance« vorgelegt.

    Ein farbenfrohes House-Album mit schillernden Facetten zwischen Tanzfläche und Wohnzimmercouch. Das Tanzbein wippt auf jeden Fall durchgängig, wenn sich schöne Pianochords mit kleinen Bassfiguren und lieblichen Vocals im Raum vereinen. Irgendwie eine rundrum gute Sache, die es sich wirklich lohnt anzuhören. Da kann ich nur sagen: Danke!

    Euch allen eine tolle Woche und bis bald.
    Zacharias


    Leon Vynehall ‎– Rojus (Designed To Dance)

    Label: Running Back ‎– RB061
    Format: 2 × Vinyl, 12″, 33 ⅓ RPM, 45 RPM, Album
    Land: Germany
    Veröffentlicht: 01 Apr 2016
    Genre: Electronic
    Stil: Deep House, House


    Martin Anacker @ Fusion 2016

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    08/07/2016 · Redaktion · Kategorie: Musik ·

    Schon vier ganze Festivaltage steckten den Besuchern vergangenen Montag in den Knochen als der Datscha zur Aftershow einlud. Auch diesmal hatte das Fusion Festival bis dahin schon einiges geboten. Doch wer noch genügend Energie hatte und die  Datscha irgendwie erreichte, sollte dort reichlich belohnt werden. Martin Anacker lieferte ein spulig, trippiges Technoset, welches alle übrigen Reserven noch einmal mobilisierte. Für alle diejenigen, die es gar nicht erst zum Festival, oder zu dieser Zeit nicht mehr aus dem Bett geschafft haben gibt es allerdings hier noch den ersten Teil des Mitschnitts für euch. Viel Spaß damit und auf bald. Euer Tanz+Klangkombinat.

    Tracklist:
    Extrawelt – One Tree Hill – Cocoon
    J.G. Wilkes – Jaxon (Barnt Remix) – The Vinyl Factory
    Coma – Out Of Control (Terranova Remix) – Kompakt
    Jens-Uwe Beyer – Navy Stamp Segrade Print Print Oversized Viscose Huipil With Barnt – Magazine
    H.O.S.H – Camino – Diynamic
    GummiHz – Paraphonic state – Claap
    Stephan Bodzin – Wir (Max Cooper Remix) – Herzblut
    Jens-Uwe Beyer – White Oversized Flame Yarn Bolero With John Stanier – Magazine
    C.P.I – Proceso – Hivern
    Extrawelt – Darkside Of My Room – Cocoon
    Stefan Bodzin – Birth – Herzblut
    Rancido – Path – Sum Over Histories
    Marcus Worgull & Peter Parde – Oona – Innervisions
    Mario Hammer And The Lonely Robot – Sirimiri (Thyladomid & Jonas Mantey Remix) – Traum
    DJ Tennis – Divisions (Roman Flügel Remix) – Life And Death
    Nima Gorji – Rootdown – Bla Bla
    DOP – Melacholia – Circus Company
    Coma – Sum – Kompakt


    Platte der Woche #297

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    03/07/2016 · Martin Eberhardt · Kategorie: Allgemein,Platte der Woche ·

    140204

    Hallo Leute,

    ich hab mich diesmal für einen wahren Klassiker als Platte der Woche entschieden, sozusagen der Klassiker der Woche ;)
    Das gute Stück erschien erstmals im Jahr 2001 in Zusammenarbeit von Felix da Housecat und Miss Kitten, die die Vocals für “Madame Hollywood” eingesungen hat. Ein Jahr später folgte dann die DJ-tauglichere extended Version auf Vinyl. Ich müsste zu dieser Zeit in der siebten Klasse gewesen sein und habe den Track rauf und runter gehört. Nichts desto trotz hole ich die Scheibe auch heute noch gern in passenden Momenten aus der Tasche.
    Da die Abfahrt zur Fusion naht und jeder von euch den Track sicherlich schon mindestens einmal gehört hat, verzichte ich auf eine tiefgründigere Beschreibung und verweise auf den unterstehenden Link.

    Euer Ebi!

    Felix Da Housecat ‎– Madame Hollywood / Control Freaq
    Label: Large-IT Productions ‎– LGT 8016
    Format: Vinyl, 12″
    Land: Italy
    Veröffentlicht: 2001
    Genre: Electronic
    Stil: House, Electro


    Platte der Woche #296

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    26/06/2016 · Flo · Kategorie: Platte der Woche ·

    Hallo Freunde!

    Stimmungsmäßig kann ich gar nicht anders, als mich den Beiträgen der letzten Wochen anzuschließen. Beim Schreiben dieses Artikels muss ich unweigerlich an Clemens denken. Obwohl wir schon lange keinen gemeinsamen Weg mehr gegangen sind, macht mich das Geschehene doch so unglaublich fassungslos. Wie konnte es nur so weit kommen…  Dementsprechend fällt diese Platte nun auch etwas melancholischer aus, als die üblichen dicken Bretter, wie Clemens sie nannte, die ich an dieser Stelle sonst so gerne präsentiert habe. Es ist nach hinten raus außerdem ein schöner Fliege Track – ich glaube es hätte ihm gefallen. “1985″ wurde vom legendären Beatles Gitarristen Paul McCartney bereits in den 1970ern geschrieben, als ein Song der beschreiben sollte, wie der Musiker künstlerische Freiheit durch Liebe erfährt. Tim Green macht daraus ein sehr emotionales, mitreißendes Housestück, das zumindest mich sehr berührt hat.

    May Love be with all of you!

    Euer Florian Landers

    1985 – Paul McCartney and Wing vs Timo Maas and James Teej (Remix by Tim Green)

    Label: Universal Music
    Format: MP3
    Land: UK
    Veröffentlicht: 15 Juni 2016
    Genre: Electronic


    Platte der Woche #295

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    19/06/2016 · honki · Kategorie: Platte der Woche ·

    Mehr als acht Jahre ist es nun schon her, dass ich meine ersten Platten für unser Klangkombinat auf die Technics brachte. Damals noch in der D-Bar im Trusetal, im grünen Süden Thüringens. Ein ehemaliger Truckerstop, der als Zentrum für die umliegende Jugend umgebaut wurde und für einige unvergessliche Abende des Kombinats diente. Der Dancefloor gefliest und die Anlage alles andere als gut, aber man spürte die große gemeinsame Liebe aller Beteiligten für die elektronische Musik.

    Ich kann mich noch sehr gut an diesen Abend erinnern, ich hatte im Vorfeld einige Platten zusammengesucht und Übergänge für die erste halbe Stunde zuhause eingeübt um Sicherheit zu bekommen. Es war mein erster Auftritt für das Kombinat nachdem mich Sascha vom Tonsystem empfohlen hatte. Martin und Clemens waren zu Beginn noch mit der Deko beschäftigt und mein Kumpel Ungi, der mich immer treu zu meinen Auftritten begleitete, stand ebenso aufgeregt an meiner Seite. Ich kannte Clemens noch aus Schulzeiten und hatte bis zu diesem Zeitpunkt lange nichts mehr von ihm gehört, dass sich nun unsere Wege wieder kreuzten fand ich bemerkenswert.

    Ich erinnere mich noch grob an einige der ersten Tracks die ich spielte. Ich mochte damals den Cadenza Sound rings um Luciano und den damals sehr präsenten House aus Rumänien von Rhadoo und Petre Inspirescu. Ich spielte meine ersten Platten und Clemens tanzte. Er tanzte in seinen Posen, wie sie bis heute unser Logo zieren. Er gab mir Sicherheit und ich begann die von mir geplante Reihenfolge über den Haufen zu werfen und ließ mich von der Musik leiten. Nach knapp einer halben Stunde spielte ich dann diese Platte und mit einsetzen des Vocals begann Clemens zu strahlen, er riss die Arme nach oben, kam zu mir ans Pult gerannt und drehte die Anlage auf, so laut es ging. Er wollte jede Facette dieses Tracks genießen und drehte jubelnd Runde um Runde und animierte die frühen Gäste des Abends ebenso aufzudrehen.

    Mehr als acht Jahre ist es nun her, dass ich diese Platte zuletzt gespielt habe, die ich für Clemens noch auf einigen weiteren Parties spielte. Als mich die traurige Nachricht erreichte, erinnerte ich mich umgehend wieder an diesen Abend und begann nach dieser Platte zu suchen. Ich legte sie zuhause auf und begann eine Reise zurück an die Anfänge des Kombinats, den Beginn einer tollen Freundschaft und unvergesslicher Abende. Auch wenn sich der Verlust von einem so guten Freund nur schwer verschmerzen lässt, bin ich glücklich über die Musik und darüber hinaus so viele und vor allem schöne Erinnerungen an ihn zu haben.

    Du wirst mir sehr fehlen mein Freund. Danke, dass du die Musik so sehr geliebt hast und uns auf so viele aufregende Reisen mitgenommen hast.

    In Gedenken,
    Martin

    Unknown Artist ‎– Flöte + Clarinette
    Label: Not On Label (RAL Series) ‎– RAL 1002
    Format: Vinyl, 12″, White Label, 33 ⅓ RPM
    Land: Germany
    Veröffentlicht: 23 Oct 2007
    Genre: Electronic


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