• Platte der Woche #291

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    22/05/2016 · Vivian Koch · Kategorie: Platte der Woche ·

    Cover Vivian PDW

    In dem aus dem Jahr 2011 erschienen Album von John Maus werden nicht nur Electronic, Rock und New Wave Elemente miteinander verknüpft. Es wird mit so warmen Stimmen und Harmonien ein Raum durch wahnsinnig simple Wortspiele aufgebaut, die doch die Welt bedeuten. Die Stücke widerspiegeln einen Kosmos, in dem wir uns alle bewegen, ob individuell oder gemeinsam. Wir versuchen tagtäglich in dem “Da sein” erfüllende Kleinigkeiten, aber auch negative Erfahrungen und Rückschläge einzubetten, um die so oft verfluchte Unbeständigkeit aufrecht zu erhalten und das Abenteuer nicht langweilig werden zu lassen.

    Mit solchen Gedanken und Melodien dieser Platte sollten wir mal reflektiert in die neue Woche starten!

    Da haben wir wieder die Albumkategorie “schön”, oder?

    V

    John Maus – We must become the pitiless censors of ourselves 

    Label: Upset! The Rhythm ‎– UTR049
    Format: Vinyl, LP, 45 RPM, Album, Clear
    Land:UK
    Veröffentlicht: 21 Nov 2011
    Genre: Electronic, Rock, Pop
    Stil: New Wave, Lo-Fi

    Platte der Woche #290

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    15/05/2016 · Baba Sikander · Kategorie: Platte der Woche ·

    Wenn ich die Ehre habe eine Platte der Woche vorzustellen, suche ich mir einen passenden Moment an einem ruhigen Ort und lausche in mich hinein. Meist höre ich noch das Echo inspirierender Klänge im Ohr oder finde einen aktuellen Bezug, den ich mitteilen möchte. Wenn ich aber jetzt lausche, dann höre ich nicht nur das Echo einer einzelnen, sondern eine Echosuppe von mindestens tausend Inspirationen. Ich stehe in einer großen Höhle mit vielen schallenden Erinnerungen an einen einzigartigen Weggefährten, der vor Kurzem gegangen ist und nie wieder zurück kehren wird.

    Es fühlt sich gerade unmöglich an, all die heraufziehenden Gefühle, all diese geteilten Erlebnisse an einem einzelnen Stück Musik festzumachen, wenn mir dieser Mensch doch eine neue Perspektive auf elektronische Musik im Ganzen gezeigt hat. Es ist keine einzelne Melodie, die meinen Soundtrack zu einer Collage aus bewegenden Momenten bildet. Nicht eine einzelne Bassline, nicht ein einzelner Beat… Stattdessen höre ich ganze Festivals und Afterhours in meinem Kopf hallen. Aber ich höre nicht nur Musik sondern auch leidenschaftlich vorgetragene Worte, die begeistern, verwirren und nachhaltig prägen… Ein Widerhall von Erlebnissen, die erst im Rückblick wirklich Sinn ergeben und sich zu einem komplexen, nicht immer harmonischen, aber stets mächtigen Soundtrack fügen. Gespielt von jemandem, dessen Energie so Vieles bewegt und so Viele zusamen geführt hat. Von jemandem, dessen Musik in auffälligem Kontrast zu seinem selbst gelebten Tempo stand.

    Tempo, Antrieb, Lebenslust… Diese Begriffe bewegen mich gerade sehr und bringen mich zu der Frage, wie man seine Zeit lebt und erlebt. In der Länge, der Dauer? in der Tiefe, der Intensität? Mal so, mal so? Hebt man noch Energie für später auf oder versprüht man seine Lebenskraft und -freude jetzt? Was macht man mit seiner Zeit? Wie schnell ist die Zeit vorbei? Kann man sich in der Zeit verlieren und wie tief? Oder kann man der Zeit auch voraus sein? Ich spüre wie noch nie zuvor, dass Zeit eine höchst individuelle Wahrnehmung ist und einen höchst individuellen Ausdruck findet. Ich habe vorgelebt bekommen, wie unglaublich und auch übermenschlich intensiv Zeit gelebt und verlebt werden kann. So intensiv, wie ich es selbst nie könnte…

    Es bleibt ein Einklang aus Momenten großer Dankbarkeit an einen Gefährten, der mich eingefangen und eingespannt, begeistert und getrieben, gefördert und auch verwirrt hat. Unter all diesen Gefühlen und Gedanken erklingt nun doch immer deutlicher eine sanfte Melodie. Ein Lied, das in seiner ganzen Schlichtheit wunderschön zeitlos ist und ein Gefühl von Ewigkeit transportiert – vor allem wenn es 8% runter gepitcht wird. „Lost track of time…“ – so traurig wie wahr…

    „Time“ auf Pachanga Boys – Girlcatcher

    Label: Hippie Dance
    Format: Vinyl, 12“
    Country: Deutschland
    Jahr: 2011
    Genre: Electronic
    Style: Techno, Tech House


    Platte der Woche #289

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    08/05/2016 · Philipp · Kategorie: Allgemein,Platte der Woche ·

    Cover_PDW_Gabriel

    Liebe Plattenwochler*innen-Gemeinde,
    nachdem ich mich von meinem sehr rasanten und kräftezehrenden Ausflug von PDW#275 einigermaßen erholt habe, widme ich meinen Beitrag im führenden Online-Blog Platte der Woche einem mehr naturnahen Gefühlserlebnis. Der wöchentliche Besuch im Plattenladen ging als sehr lohnenswert hervor, als ich in der Ablage ein sehr anziehendes Plattencover erblickte, dessen Rotton mich an einer tief am Horizont liegenden Sonne erinnerte. Als ich das kleine Schwarze aus den Fängen des Full-Cover zog, fiel mir auf dem Label ein Hummerlogo auf. Lobster Theremin die geile Scheiße did it again! Hochmotiviert ließ ich mich an der Abhörstation des Plattenladens nieder und lauschte an dem Scheibchen. Ich glaub ich schloss sogar meine Augen, was bei mir neben dem Schlafen und manchmal Züngeln eher selten vorkommt. Um alle Spuren zu sichern, kaufte ich mir diese Platte, welche aufgrund des Wandering-House-Charakters eine perfekte horizontale Addition meines Regalinhalts zu sein scheint.

    Angetrieben von der sehr verträumten Spielform der EP plante ich passend zum Frühlingsstart einen Ausflug, nachdem ich unter hohen körperlichen und geduldvollen Anstrengungen mein Bike fit machte. Die nötige Fahrradwäsche, welche ich erst mit einiger Skepsis gegenüberstand, entpuppte sich als reges Lustspiel, nachdem ich meinem Oberkörper die Kleidung entzog und mich ein wenig mit dem Schaum einrieb, hihi. Am nächsten Morgen schien alles perfekt: Wolkenloser Himmel und 22° Grad im Schatten, worauf auch die Tour de France-Fahrer schwören. True Story: Müsst euch mal die Interviews nach manchen Rennen anhören, sagen alle 22° Grad allabest. Um mich nicht ganz unvorbereitet den Fängen der Natur entgegenzustellen, machte ich mir vier gekochte Eier schön weich bei sechseinhalb Minuten Dampfstarre und packte sie in eine Thermoskanne, damit sie nicht kaputtgehen.

    Beim Übergang von der Stadt in den Wald wurde ich von einem selbsternannten Wald-Sheriff angehalten. Seiner Ansicht nach, zerstöre ich durch meine Reifen die obere Grasnarbe und trage damit nachhaltig zur Erosion des gesamten Waldes bei. Daraufhin entgegnete ich ihm bloß, dass hier kein Gras liegt und er sich nicht wundern solle, wenn er mal eines Tages nicht mehr nach Hause kommt. Nach dem Zwischenfall ließ ich mir keineswegs die Stimmung verderben und holte meine fetten Senheiser HD 25-1 II raus, welche mit gepeitschter Nennimpedanz von 70 Ohm die ersten Borkenkäfer aus dem Unterholz lockten und in mir ein Gefühl der Überlegenheit erzeugte. Nach fünf Minuten fand ich einen angenehmen Track und blickte wieder auf.

    Der erste Song der Collectively EP von Royer „18 Stk“ bildet einen wundervollen mentalen Einstieg. Der sanfte Raw-Beat Charakter, welcher sich in allen Tracks wiederfindet, entschleunigte mein Fahrverhalten. Das Stück Facts kommt mehr groovy einher und zerlegt sich in einer entfaltenden, metamophorisch einhergehenden Klangkonstellation. Soundmäßig tritt die latenight Pariser Umgebung zu Tage, Royers Heimatstadt und Wohnort,  welche mit einem US-House-Spirit umschlungen wird. Unterstützt wird das Klanggerüst mit einem gutgewählten Vocal, der dem Track einen verträumten Charakter verschafft. Der Banger der EP ist für mich zweifellos das Stück „Collectively“, welches auch gebührend den Namen der EP trägt. Als Erstes fielen mir die wie mit Staub beschichteten Drums und Pads auf, gepaart mit stumpfen Herzschlag-Kicks. Der gleichzeitig deepe aber auch sehr warm anmutende Break löst durch sein märchenhaftes Umherschleichen eine seltsame Stimmung der Innigkeit aus, welche durch die Waldkulisse gestärkt wurde. Um das Gleichgewicht zu glätten, feuert der deutsche Newcomer TRP, der neben Panthera Krause und Qnete zur deutschen Delegation bei Lobster Theremin gehört, einen Remix von Collectively aus dem Fuchsbau. Dieser hinterässt einen sehr prasselnden und synth-illusionierten Eindruck und beweist als stabile Neuanordnung des Originals hüfthohe Floorwärts-Tauglichkeit.

    Als sich die Sonne nach und nach absenkte und die rotgefärbten Sonnenstrahlen durch die Baumkronen fluteten, musste ich wieder an das passend dekorierte Cover denken, welches Royer persönlich anfertigte und sich sein Talent nicht nur in der Musik wiederfindet. Royer bringt durch seine EP einmal mehr Innovation in den futuristischen und spacigen Katalog von Lobster Theremin und verbindet das Dunkle und Schmutzige mit verträumten Raw-House-Einlagen. Für mich ein wahres Must-Have jedes Vinyl-Kontingents, wer sie nicht haben sollte, schnell ran da. Die Strafanzeigen bei Nicht-Erwerb gehen andernfalls nächste Woche raus!

    Schönen Sonntag euch lieben Raver*innen

    Gabriel von Solid Rotation

    Royer-Collectively Ep

    Label: Lobster Theremin- LT017
    Format: Vinyl, 12“
    Country: UK
    Released: Dec 2015
    Genre: Electronic

    Style: House, Deep House


    Platte der Woche #288

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    01/05/2016 · Martin Anacker · Kategorie: Platte der Woche ·

    sor002_cover_front

    Das zweite Release des jungen jenaer Labels Solid Rotation steht ins Haus. Und was für eins. Mbecks Impenetrable EP hat alles zu bieten, was man sich von einer EP diesen Genres wünschen kann. Die A Seite überzeugt mit zehn Minuten minimalistischen House der Extraklasse. Die tiefe Kick Drum, gepaart mit einer hypnotischen Melodie und einer treibenden Baseline sind die tragenden Elemente dieser mysthischen Reise! Ein Stück zu 100 % nach meinem Gechmack. Zwei weitere Tracks auf der B-Seite komplettieren das gelungene Debut. Da darf man auf jeden Fall gespannt sein wie’s weiter geht!

    Einen schönen Sonntag wünscht euer Martin.

    Mbeck ‎– Impenetrable EP

    Label: Solid Rotation ‎– SOR002
    Format: Vinyl, 12″, 33 ⅓ RPM, EP, 180 gram
    Country: Germany
    Released: May 2016
    Genre: Electronic
    Style: Minimal, House

    Platte der Woche #287

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    24/04/2016 · Isabella · Kategorie: Platte der Woche ·

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    Wer mich kennt, der weiss, dass ich auch ein großer Acid – Freund bin… Gerade an diesem Sonntag besticht das Berghain wieder einmal mit einem Lifeset meines persönlich unangefochtenen Meisters dieses Genres, welcher im Jahr 2013 sein Werk Drone Logic auf den Markt warf. Die Rede ist von Daniel Avery. Kaum ein Album hat es bisher geschafft mich über so lange Zeit zu begeistern, wie das des jungen Briten. Mit den klassischen Acid Akzenten, elektronischer Experimentierfreude und geschickten Übergängen von Track zu Track schickt mich das Album auf einen absolut erstklassischen Trip mit viel Abwechslung in Beats und Sound.

    Als ich das Album durch Zufall kurz nach dem Release entdeckte, kannte Daniel Avery noch kaum Jemand. Schon damals prophezeite ich für mich, dass dies wohl eines der besten Alben 2013 werden würde. Es war auch so und schlagartig schien sich der schüchtern wirkende Brite zum Shootingstar der elektronischen Musikszene gemausert zu haben. Bald loben ihn viele namenhafte Musikmagazine als DEN Newcomer in der Londoner Clubszene und er wird Resident des weltberühmten Club Fabric.

    Nicht nur weil ich ihn immer mal wieder in meiner Playlist hoch und runter spiele, sondern weil er trotzdem vielerorts noch unbekannt ist,  ist “Drone Logic” von Daniel Avery meine Platte der Woche. Viel Spaß beim Hören, ich bin dann mal im Berghain…

    Eure Iza Minelli

     

    Daniel Avery – Drone Logic (Album)

     
    Label: Phantasy Sound
    Format: Vinyl, mp3, CD
    Land: England
    Veröffentlicht: Oct. 2013
    Genre: Electronic
    Stil: Acid, Acid-House, Techhouse, Dark Ambient
     

    Platte der Woche #286

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    17/04/2016 · Martin Eberhardt · Kategorie: Allgemein,Platte der Woche ·

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    Für die heutige Platte der Woche hab ich tief in meine Plattenkiste gegriffen und ein besonderes Stück Vinyl ausgewählt, dass ich nur sehr selten spiele, damit es seinen reizenden Charme behält. Man muss schon etwas genauer hinschauen, um zu sehen wer dahinter steckt. Ein einfacher gelber Labelsticker prägt die A-Seite, die B-Seite schmückt ein Blauer. Das war´s auch schon. Keine Informationen über den Produzenten, die Tracknamen oder das Label, auch auf dem Cover nicht.
    Nach einer genaueren Discogs Recherche der Gravuren aus der Auslaufrille stößt man auf den holländischen Produzenten Aroy Dee und den Italiener Marco Antonio Spaventi. Erschienen ist die EP auf dem No ‘Label’ Sublabel von Rush Hour. Die Remixe von Design A Wave´s Track “Weird F” basieren beide auf dem verträumten Thema des Originals. Auf der A-Seite entwickelt sich daraus ein melancholischer Housetrack, der zum abschalten und runterkommen einlädt. Auf der B-Seite hingegen geht es etwas rougher und basslastiger zu, dennoch wird der warme und flächige Sound des Original Tracks immer wieder aufgegriffen und gekonnt arrangiert.

    Welche Version man lieber mag, kann nun jeder selbst entscheiden. In diesem Sinne, einen schönen Sonntag noch!

    Euer Ebi!

    ##### (2) ‎– #####
    Label: No ‘Label’ ‎– RHD-#####1
    Format: Vinyl, 12″, Limited Edition
    Land: Netherlands
    Veröffentlicht: Jan 2014
    Genre: Electronic
    Stil: Techno, House


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