• Platte der Woche #276

    0

    07/02/2016 · Baba Sikander · Kategorie: Allgemein,Platte der Woche ·

    Magnutze - Mandan Tribe (Album Cover 2400x2400)_all_rights_reserved_Magnutze+AnandaRieber_big
    Es ist meiner Meinung nach beim Auflegen dramaturgisch nicht ganz unsinnig, gelegentlich gewohnte Muster und Frequenzen zu filetieren, in überschaubare Häppchen zu zerteilen und den Fokus wieder auf das Wesentliche zu lenken. Nicht nur aus diesem Grund findet Magnutzes Musik häufig einen Weg in meine Sets. Seine geschliffenen Sounds, ungewohnt arrangierten Pattern und überraschenden Motive sind erfrischend und setzen immer wieder spielerische Akzente.

    Wie das Schicksal es will, habe ich die große Freude bereits vorab ein Ohr auf sein Ende Februar erscheinendes Album werfen zu können. Der Titel „Mandan Tribe“ hat mich neugierig gemacht und auf ein nordamerikanisches Volk gestoßen, das bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts am Oberlauf des Missouri siedelte und für einen reichhaltigen Schatz an Tänzen und Ritualen bekannt war. Kulturell nicht ganz unsensibel rauche ich daher eine Friedenspfeife und lege den Technohauptschalter um…

    Nach einem meditativen Intro das mich umarmt und willkommen heißt, werde ich entführt von treibenden, sich ständig um sich selbst drehenden Mustern – dabei immer zuverlässig aber überraschend morphend. Sie wechseln mit Momenten in denen plötzlich alles auseinander zu fallen scheint. Momente in denen sich neue Räume öffnen. Momente, in denen man plötzlich am Lagerfeuer sitzt und einer alten Geschichte lauscht. Spannende, erdige Rhythmen stolpern über verschlungene Pfade und führen wieder zusammen. Klares Licht bricht durch die Wipfel, wird von Wasser reflektiert. Ich fühle Themen, die in der Natur und im Selbst wurzeln. Geschichten von Freude und Schmerz, von Mut und Inspiration von Werden und Vergehen…

    Da ist zum Beispiel der dritte Song „Kambô“, der in warmer Stimmung an einer dezent gespielten Gitarre entlang hüpft. Da sind Worte die an etwas erinnern und zu etwas inspirieren und eine Idee. Ein provozierender Gedankenfunke. Ein Klang, der lockt und fordert. Ein Muster, das sich dem Zugriff entziehen will. Was nur anfänglich gelingt…

    Oder der Track „Love Life“, der mit angenehm herzlichen Streichern und einem kindlichen Piano vor einem teils sehr verspulten Hintergrund spielt. Hier wird wieder zusammengebastelt, was in den vorangegangenen Stücken zum Teil auseinander geflogen ist. Der Dampf anfänglich aufgekochter Frequenzen kondensiert hier später sehr schön in einem geradlinigen, nach vorn treibenden Beat.

    Dann das Stück, „Olii“. Mächtig, erdend, urtümlich. Es zitiert ein Mantra, mit dem weise Menschen auf Hawaii die Ahnen und Urahnen um Erlaubnis bitten, einen heiligen Wald betreten zu dürfen. Das Gespräch mit den gewesenen und den kommenden Generationen bildet in der Hawaiianischen Kultur die Grundlage des eigenen Handelns. Bei diesem Waldspaziertanz wird angenehm viel auf Holz geklopft, vorsichtig an Saiten gezupft und, von gelegentlichen kurzen Regenschauern unterbrochen, ein Weg in die Tiefe gesucht. Dieser wird auch gefunden…

    Das waren nur drei der insgesamt neun Stücke dieses sehr bewegenden Albums. Eigentlich hätte jeder Song eine eigene ausführliche Widmung verdient, wovon man sich hier schon mal einen ersten Eindruck verschaffen kann, bis das Album Ende Februar dann endlich auf Vinyl und als Download erscheint.

    Von den Mandan wird berichtet, sie hätten sich im Rahmen eines Rituals an Haken aufhängen lassen, die man ihnen vorher unter die Haut getrieben hat. Da paaren sich Schmerz und Extase – wie auch bei Magnutzes Album. Ich werde mich jetzt im Anschluss allerdings nochmal dem weniger blutigen Ritual mit der Friedenspfeife widmen.

    Habt Freude!
    Baba

     

    Magnutze – Mandan Tribe (Album)
    Cover by photographer Ananda Rieber
    Label: LyciD Music
    Cat.Nr.: LDM001
    Country: Germany
    Genre: Electronic
    Style: Sapio-House

     


    Platte der Woche #275

    0

    31/01/2016 · Philipp · Kategorie: Platte der Woche ·

    Solpara-Swing EP

    Ein unangenehmes Dröhnen weckt meinen Körper, jedenfalls das was noch von ihm übrig ist, korrigiere ich mich. Noch halb benommen rege ich mich darüber auf, wer denn am Sonntag Morgen so ein Krach macht, bis ich bemerke, dass es mein Radiowecker mit verstelltem Frequenzbereich ist. Oh Man. Nach dem Öffnen meiner Augen strahlt die winterlich gefärbte Sonne in mein Antlitz und ich fange an mich zu fragen: Holy Cow, was war denn bitteschön gestern los? Nachdem meine Füße den kalten Boden berühren, fange ich an, meine Synapsen zur Zusammenarbeit anzuregen um den gestrigen Abend Revue passieren zu lassen. Die Entsinnung ließ nur kurz auf sich warten, bis mir einfiel, dass ich mit Achim dem Angler vorne bei der Pinte an der Ecke zwei bis drei halbe Liter Gerstensaft einnahm. Danach verliert sich meine Spur. Weiterlesen


    Platte der Woche #274

    0

    24/01/2016 · Marian · Kategorie: Allgemein,Musik,Platte der Woche ·

    CHYMERA

    Es ist wieder Sonntag, Zeit für eine neue Platte der Woche. Die Monate in Irland prägen mich sehr, der Fokus in der Musik schärft sich und die neuen Eindrücke müssen verarbeitet werden. Die Wahl für die Platte der Woche fiel zufälliger Weise wieder auf einen gebürtigen Iren. Chymera lebt in Berlin und hat vor vier Jahren eine wundervolle und sehr gefühlvolle Schallplatte veröffentlicht. Auf der Death By Misadventure Part 1 EP zeigt er ein hohes Gespür für Melodien und wie er diese klanglichen Themen in den Vordergrund bringen kann. Mit den Moll produzierten Tonspuren schafft er eine mystische Stimmung.
    Die Remixe sind nicht zu vergessen. Beide stammen von angesehenen Produzenten. King Britt fügt eine boomende Bassspur und eine behaglich klingende Stimme hinzu. Steve Moore baut auf einen spacigen Synthesizer und einem schwerfälligem Bass.
    Die Platte hat mich eine lange Zeit begleitet. Auch ist sie in meinem letzten Mix Type X für die Ewigkeit konserviert.

    Viel Spaß beim hören und genießen.
    Marian

    CHYMERA – Death By Misadventure Part 1

    Label: Connaisseur
    Format: 12inch
    Country: Germany
    Released: Oktober 2012
    Genre: Electronic
    Style: Techno

     


    Platte der Woche #273

    0

    17/01/2016 · Isabella · Kategorie: Platte der Woche ·

     

    artworks-000085296993-pbg95p-t500x500

     
    Es schneit und gerade sind mir die ersten Feiernden und Tanzenden auf meinem Heimweg begegnet. Samstag. Sie sind schick und schön, erwartungsvoll und angeschwibbst, haben Charme oder haben Keinen, sind schüchtern oder aufgedreht. Samstag. Ich hingegen lass es diesmal ruhig angehen und war bei einer Lesung im Planetarium. Aha. In meiner Funktionskleidung und mit den wohl berühmtesten Worten von Antoine de Saint-Exupéry in Gedanken schleiche ich durch die Stadt in Richtung Couch. Auf der Suche nach der Platte der Woche bleibe ich schließlich bei Lefrenk hängen, einem spanischen Produzenten, der mein Gefühl beim Winterspaziergang mit dem kleinen Prinzen auf der Schulter sitzend, wohl am ehesten musikalisch beschreiben könnte. Die Platte “Coloures” erschienen 2014 auf PFL Records schmeichelt mit kindlich verträumtem Frohsinn. Ein schönes Stück für ein entspanntes Wochenende und einen winterlich verzauberten Wochenstart.

    eure Iza Minelli

     

    Label: PFL Records
    Format: MP3
    Country: Spain
    Released: 28.07.2014
    Genre: Techno
    Style: Electronic


    Platte der Woche #272

    0

    10/01/2016 · Martin Eberhardt · Kategorie: Musik,Platte der Woche,Review ·

    kangdingray

    Den gebürtigen Franzosen und in Berlin ansässigen David Letellier kennen viele besser unter seinem Alter Ego Kangding Ray. Auf den Labels Raster Noton und Stroboscopic Artefacts hinterlässt er seit einigen Jahren eine klar erkennbare Handschrift. Von seiner anfänglichen Attitüde zu abstrakten Downtempo- und Ambienttracks ist heute nicht mehr viel erkennbar, dennoch verfolgt er mit seinem kreativen Output eine deutliche Linie, die sich irgendwo zwischen elektrisierender Melancholie und experimentellem und treibendem Techno wiederfindet.

    Mit Cory Arcane hat sich Kangding Ray eine fiktive Figur erschaffen, die dem gleichnamigen Album Leben einhaucht. Da ihm seine eigene Biografie zu uninteressant erschien, um damit eine auf Musik bezogene und spannende Geschichte zu erzählen, erfand Ray diesen imaginären Charakter. Die Geschichte aus Cory Arcanes Leben ist mitreißend und fesselnd zugleich, einmal angefangen ihr zuzuhören, möchte man gar nicht mehr damit aufhören. Am meisten packt mich jedoch der Track “When We Were Queens”, der deutlich erahnen lässt, wie Cory Arcane mit geschlossenen Augen davon träumt, die Königin ihres eigenen Hörspiels zu sein.

    Und da man Geschichten am besten selber liest und in diesem Fall hier hört, möchte ich euch nicht zu viel davon verraten. Drückt lieber selbst auf Play und hört wie sie zu Ende geht…

    Euer Ebi!

    Kangding Ray – Cory Arcane
    Label: Raster-Noton ‎– r-n167
    Format: 2 × Vinyl, 12″, Album
    Country: Germany
    Released: 29 Oct 2015
    Genre: Electronic
    Style: IDM, Techno, Experimental


    Platte der Woche #271

    0

    03/01/2016 · Flo · Kategorie: Platte der Woche ·

    Gunjah_Hypno jpeg

    Frohes Neues, liebe Musiclover!

    Nun ist schon der 3. Januar, Sonntag. Die meisten von Euch erholen sich wahrscheinlich jetzt mal so langsam von der Knallerei, was  in jedem möglichen Sinn diesen Wortes verstanden werden kann. Der ein oder andere steht vielleicht sogar noch auf einem Afterhour Floor.

    Auf jeden Fall ist es kalt draußen und die nächste Party kommt bestimmt, daher gibts von mir in gewohnter Manier, natürlich was zum Einheizen. Heute habe ich Euch ein schönes, trippiges Brett von Gunjah mitgebracht, und zwar sein neuester Release vom Label Kater Mukke.

    Fetter Bass, knarziger, tiefer Synthi Sound, verzehrtes Riff – so schiebt sich das Intro in Euer Bewußtsein und dann, dann setzt das alles vereinnehmende Acidbassriff ein. Wenn sich dann keine Technoschnute in Eurem Gesicht bildet und der Kopf zu nicken beginnt, seid Ihr hier falsch ;) Also mich trägt das richtig weit weg – herrlich!

    Gunjah, gebürtiger Dresdner, treibt sein Unwesen schon eine ganze Weile in der Techno Szene, Mitte der 90er schon im berühmten Dresdner E-Werk, wird er heutzutage öfter im Berliner Kater angetroffen, gerne auch zusammen mit Lexy oder unter Ihrem Duo Pseudonym Moenster.

    Haltet Augen und Ohren auf nach diesen Namen, da gibt es viele schöne Releases. Unvergessen z.B. auch Gunjahs Remix, eines meiner Altimefavourites: Bakerboy…

    Nach der Party ist vor der Party! Haltet die Ohren steif, schönes 2016!

    Euer Florian Landers

    Gunjah – Hypno Acido – KATER107 – Katermukke

    Label: Katermukke
    Format: MP3
    Country: Germany
    Released: 02 Dez 2015
    Genre: Electronic
    Style: Techno, Electro


    Seite: 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 ...63 64 65 Weiter