• Platte der Woche #344

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    25/06/2017 · Baba Sikander · Kategorie: Platte der Woche ·

    Modd – Buran EP

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    Das Label „Seven Villas“ aus Barcelona ist für mich seit Längerem schon eine gute Anlaufstelle wenn meine Laune sich wieder nach positiv dubbendem Sound sehnt. Deren vorletzte Veröffentlichung hat es mir besonders angetan, denn sie eignet sich außerordentlich gut, um auf Festivals die Sonne hervorzuspielen. Ich habe das selbst ausprobiert und schreibe dieser EP (trotz ihres Titels!) seit vorvergangenem Wochenende daher ein gewisses meteorologisches Potenzial zu.

    Die vier Stücke auf „Buran“ sind sehr homogen und erzeugen allesamt eine schöne, entspannt nach vorne fließende Stimmung. Modd, der unter anderem schon auf Anjunadeep und Kindisch veröffentlicht hat, spielt hier mit klaren, sauber arrangierten Klängen, die sich lässig zu einer aus den Lautsprechern strömenden kühlen Brise vereinen, während es hier schmatzt und klackert, dort fließt und wieder hüpft.

    Der Opener „Cosmic“ schafft es sofort, mich in eine sommerlich-fröhliche Stimmung zu bringen. Typisch dubbig auf einem melodiösen Basslauf reitend, umspielen Echos einer dezent gezupften Gitarre und aus der Ferne getriggerte Vocalfetzen mein Gemüt und tragen es in höhere Sphären. Dieses stetig schmelzende Pad und die aus dem Nichts heranwabernden Piano-Chords vermengen sich dabei gekonnt zu einer ziemlich fein abgeschmeckten Leichtigkeit.

    Das Titeltück „Buran“ knüpft an diese Leichtigkeit an und ergänzt sie um eine feucht-plätschernd klingende Hintergrundstimmung, während sich unter einem Himmel aus treibenden Hihats und Cymbals langsam dieser behäbig auf- und abfließende, wunderschön einfach gehaltene Track aufbaut. Buran ist Russisch und bedeutet „Schneesturm“, was Sinn macht, wenn man genau hinhört, wie sich die kühl und leicht anfühlenden Klänge im Laufe des Tracks verdichten.

    „Jida“ nimmt anschließend eine orientalisch angehauchte Stimmung auf und fließt lässig an prägnanten Shakern und einem treibend geschlagenen Stück Holz entlang, um sich gelegentlich unter einem Schleier aus zärtlich gestrichenen Saiten zu verstecken. Die sexy Bassline arbeitet stets dagegen an und schiebt den Track wieder und wieder an die frische Luft.

    „Vadhoo“ übernimmt die orientalische Stimmung des Vorgängers und bereichert sie noch um einen fliegenden Teppich, der sich mehrmals von tragenden Streichern vor dem Absturz bewahren lassen muss, während drumherum viel auf Holz geklopft wird. Die Grundstimmung ist hier im Gegensatz zu den anderen Stücken eher kontemplativ bis melancholisch und bewegt sich damit in die für orientalisch angehauchten Deep House üblichen Gefilde – glücklicherweise kommt auch dieses orientalische Stück ohne die an anderen Stellen längst überhörten weinerlichen „Uh-Uh-Uh“-Vocals aus… ;)

    Modd – Buran EP
    Label: Seven Villas
    Format: Digital
    Country: Spain
    Release Date: 17.05.2017
    Genre: Electronic
    Style: Dub, House, Deep House


    Platte der Woche #343

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    18/06/2017 · Julius Herfurth · Kategorie: Platte der Woche ·

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    Das Berliner Label SushiTech feiert in diesem Jahr seinen zwölften Geburtstag. 12 Jahre im Bereich der elektronischen Musik ist eine Marke, die erst einmal erreicht werden will, schließlich ist kaum eine andere musikalische Subkultur in solchem Maße von Schnelllebigkeit und Wandel geprägt. Anno 2005 von Yossi Amoyal gegründet, war der Weg und Stil der Plattenschmiede anfangs nicht klar vorgezeichnet und so hangelte man sich über einige mehr oder weniger erfolgreiche Releases über die ersten drei Jahre. 2008 folgte mit der Zusammenarbeit mit Steve O’Sullivan dann der Einschnitt, der die musikalische Richtung des kleinen Labels bis zum heutigen Tag prägen sollte.

    O’Sullivan, einer der bekanntesten zeitgenössischen Vertreter des Dub-Techno-Genres, welcher die Urväter des Stils Moritz von Oswald und Mark Ernestus (zusammen als Maurizio bekannt) als seine maßgebliche Inspirationsquelle ansieht, veröffentlichte 2008 bei Sushitech 2 Sammlungen von Klassikern, welche er ursprünglich unter verschiedenen Pseudonymen für sein eigenes Label Mosaic produziert hatte. Dieser Release verhalf SushiTech zu nationaler Bekanntheit und ebnete den Weg für spätere Zusammenarbeiten mit Größen wie Delano Smith, Makam oder Mike Huckaby.

    Musikalisch ist sich das Label seit dieser Zeit treu geblieben und treibt zwischen hypnotischen Deep-House und entspanntem bis treibenden Dub-Techno durch die Weiten des elektronischen Klangspektrums. Die unaufgeregte Art und die repetiv-minimalistischen Schleifen der ausgewählten Stücke verleihen den Veröffentlichungen der Berliner Künstlerschmiede ihren charakteristischen Klang. Es ist Musik für Liebhaber auf ganzer Linie, die auch durch eine durchdachte und intensive künstlerische Umsetzung beim Layout der Platten unterstützt wird. Es ist eben etwas anderes, eine grafisch gut gestaltete und hochwertige Gesamtkomposition in der Hand zu halten, als sich ewig durch grau-braun-beige Hüllen von der Stange wühlen zu müssen.

    2009 schuf SushiTech mit Tessera eine großangelegte Kollektion bis zu diesem Punkt unveröffentlichter Stücke labelnaher Künstler, die bei Kennern schnell Anklang fand und gute Kritiken erntete. Sieben Jahre später, Ende des Jahres 2016 erschien der Nachfolger Tessera II in einer wunderbar gestalteten Box, die auf ihren fünf 12″-Platten jede Menge kleiner und größerer Schätze verbirgt.

    Der Oktober 2016 liegt schon ein Weilchen zurück, dennoch ist mir diese Sammlung nun im Juni 2017 wichtiger als je zuvor und bildet dahingehend meine Wahl zur Platte der Woche. Dub-Techno geht meines Erachtens zwar immer, aber seine größte Wirkung entfaltet diese Musikrichtung dann, wenn der Sommer gekommen ist und wir auf allerlei Open-Airs nachmittags erst zu seichten reggae-artigen Kompositionen entspannt mit dem Kopf wippen und uns später von hypnotisch treibenden Bässen auf die Tanzfläche locken lassen. Und da uns die warmen bis heißen Temperaturen nun fest im Griff halten, ist auch die beste Zeit für diese Platte gekommen.

    Auf Tessera II vereint SushiTech erneut die Größen, sowie wichtige Freunde des Labels und liefert somit eine großartige Sammlung ab, die jeden Cent wert ist (derzeit ca. 50€). Dafür bekommt man dann aber mit 18 Stücken auch beinahe drei Stunden sehr guter Musik. Ich kann hier nur sagen: Für Liebhaber der dubbig-progressiven Spielart der Tanzmusik ein Muss: Analogchords und LFO’s For The Win! Zugreifen…

    Ich gehe hier nicht in die Tiefe, jedes der einzelnen Stücke in Gänze zu betrachten und lasse lieber die Musik für sich sprechen. (Skits zu allen Stücken findet ihr hier: https://soundcloud.com/sushitech/sets/va-tessera-ii) Als exemplarisches Klangbeispiel in Gänze dient uns heute der Beitrag von Rhauder & Paul St. Hilaire. Kopfhörer auf und zurücklehnen!

    Reingehauen und neugierig bleiben. Bis zum nächsten Mal,

    der Julius von Solid Rotation

    Various Artists – Tessera II

    Label: SushiTech Records – SUSH40
    Format: 5 x 12″, Box Set
    Country: Germany
    Release Date: 06.10.2016
    Genre: Electronic
    Style: Dub Techno, Deep Techno, Deep House, Ambient


    Platte der Woche #342

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    11/06/2017 · Thomas · Kategorie: Platte der Woche ·

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    An diesem Sonntag möchte ich Euch zu einer musikalischen Reise entführen. Begleiten wird uns auf dieser Reise Fec mit seinem hervorragendem Track “Ronin” im Remix von Affect!. Seine Melodie entführt uns von ruhigen brakes, zum Augen schließen, bis hin zu stimmungsvollen Bässen die einem zum lostanzen begeistern. “Ronin” fühlt sich hypnotisierend an und erweckt Wellen der Euphorie im Trackaufbau. Unterstrichen wird das Ganze von einer Klanglandschaft kosmischer Sounds, die dem Zuhörer das Gefühl eines Sonnenaufganges vermitteln.
    Dieses gelungene Stück Musik ist auf dem Label “Wood” im Oktober 2016 erschienen, welches noch Artists wie Fractal Architect beherbergt.
    Fühlt und hört den Track zum Sonntag und vielleicht tanzt Ihr dann auch in den Sonnenaufgang hinein.

    Ahoi
    Thomas von Niemand&Keiner


    Fec – Ronin (Affect! Remix)

    Label: Wood
    Katalog: WD008
    Format: digital
    Released: 04.10.2016
    Genre: Electronic
    Style: Deep House


    Platte der Woche #341

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    04/06/2017 · Marian · Kategorie: Platte der Woche ·

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    Wieder einmal ist es Sonntag und wieder einmal gibt es ein langes Wochenende mit zahlreichen schönen Veranstaltungen, die im freien stattfinden. Passend dafür ist die heutige Platte der Woche eine Mischung aus Melancholie und OpenAir Wunder. Empfohlen wurde mir das Stück, während eines netten Abends in einem Park, von einem Freund. Permanent Vacation veröffentlichte im Januar 2016 zwei Versionen von The Sight Below’s Conversazioni Stellari.
    Der Seattle Mix ist das Downtempo Stück, in dem die Elemente langsam zu einer Gesamtproduktion fusionieren. Ein klarer Rhythmus kombiniert mit langen Synthesizer Loops. Perfekt für ein Intro oder Outro. Anders erklingt der Kyoto Mix. Mit 122 BPM und freundlicher Melodie erstrahlt der Track in einem offenen Licht. Die Nutzung von lauteren hohen Frequenzen zeigen eine gut arrangierte Bandbreite.

    viel Hörvergnügen!
    Marian

    The Sight Below – Conversazioni Stellari (Remixes)

    Label: Permanent Vacation
    Format: 12inch
    Country: Germany
    Released: Dezember 2016
    Genre: Electronic
    Style: Techno

     


    Platte der Woche #340

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    28/05/2017 · Martin Eberhardt · Kategorie: Platte der Woche ·

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    Die Strom EP ist Anselms vierte Veröffentlichung auf seinem 2015 gegründeten Label Unequal. Der gebürtige Hesse hat erst vor Kurzem seinen Wohnsitz von Frankfurt nach Berlin verlegt. Zuvor hat er sich vor allem in seiner Heimatstadt als Resident bei den von seinem Freund und Wegbegleiter Cloak gehosteten VOID Veranstaltungen einen Namen gemacht. Die Originalversion auf der A-Seite wird von einer leiernden und sich ständig selbst modulierenden Synthline getragen, die gradlinige Kickdrum und eine rollende Bassline sorgen für die konsequente Ausrichtung des Tracks. Das österreichische Produzenten Duo Stock Projects hat den tragenden Charakter des Originals in ihrem Remix aufgegriffen, bei den Interpretationen von Irakli und Paàl auf der B-Seite der Platte gibt es hingegen deutlich weniger Parallelen. Irakli, eine Hälfte des Berliner Duos I/Y, schafft durch zusätzliche Distortion auf der Kick eine spürbar roughere Atmosphäre. Paàl ist ebenfalls aus Berlin und einer der Köpfe hinter dem Label Voitax. Er bereichert seinen Remix mit männlichen Vocalfetzen und einem sägenden Synthesizer, wodurch der Tracks zum Düstersten der gesamten Platte mutiert.
    Alles in Allem eine rundum gelungene Platte, die Lust auf die kommenden Releases macht. Am 16.06. ist Anselm zur Rebis Party im Offenbacher Robert Johnson zu hören.

    Bis bald,
    Martin.

    Anselm ‎– Strom
    Label: Unequal (2) ‎– UQL 004
    Format: Vinyl, 12″, EP
    Land: Germany
    Veröffentlicht: 29 Apr 2017
    Genre: Electronic
    Stil: Techno, Experimental, Industrial, Ambient


    Platte der Woche #339

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    21/05/2017 · Flo · Kategorie: Platte der Woche ·

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    Hallo zusammen!

    Dixon gelingt ein epischer Remix vom ebenso großartigen Original der brillanten Chloé.

    Die zwei Granden der elektronischen Feierszene ergänzen sich hervorragend in diesem genauso deepen, wie monumentalen Kunstwerk.

    Ein gleichmäßiger ganz ganz tief wummernder Bass, der alleine ein schon glücklich macht, geheimnisvolle Vocals und alle paar Minuten dieser mächtige, epochale “jetzt landet das Raumschiff Sound” – ihr wisst, was ich meine, wenn Ihr es hört! Dazu gesellen sich in langsam steigender Manier diverse Synthi-Sounds. Das sollte kein Raverherz unberührt lassen.

    Die in Paris geborene Chloé hat mich schon vor gefühlt 15 Jahren mit ihren damals sehr dynamischen und avantgardistischen Sets um den Verstand gebracht und einen gehörigen Beitrag dazu geleistet, dass das Technofieber ausgebrochen ist. Zu Dixon, dem Label Chef von Innervisions und Teil von Ame muss ich wohl nicht viel sagen….

    Ich hoffe, Ihr findet den Track genauso inspirierend wie ich!!

    Euer Florian Landers

    Chloé – The Dawn (Dixon Remix)
    Label: Lumière Noir Records
    Format: MP3
    Land: Frankreich
    Veröffentlicht: 19 Mai 2017
    Genre: Electronic
    Stil: Deep House


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